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Chemikalien gelangten in untergund: Filter fürs Grundwasser

Chemikalien gelangten in untergund : Filter fürs Grundwasser

Aus Betrieben in Bilk gelangten Chemikalien in den Untergrund. Sie werden jetzt in aufwändigen Verfahren entfernt. Das muss sein, weil sonst der U-Bahn-Bau zusätzlich erschwert würde.

Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit. Das Grundwasser in Bilk soll von Chromat und Chlorierten Kohlenwasserstoffen (CKW) gesäubert werden, bevor die Löcher für die unterirdischen Bahnhöfe der Wehrhahnlinie in Bilk gebuddelt werden. Gewinnen die Grundwasser-Sanierer den Wettlauf nicht, wird der U-Bahn-Bau komplizierter und auch teurer.

"Wir müssten das Grundwasser, das aus den tiefen Baugruben gepumpt werden muss, mit speziellen zusätzlichen Anlagen reinigen", erklärte Umweltdezernentin Helga Stulgies. Damit dies nicht nötig wird, ist jetzt eine Grundwasseraufbereitungsanlage an der Martinstraße in Bilk in Betrieb. Sie soll das Chromat aus dem Wasser ziehen, das bei einem Galvanikbetrieb an der Straße Auf'm Hennekamp in den Untergrund gelangt war.

Fünf Brunnen pumpen das Grundwasser hoch

2004 war die Chemikalie bei routinemäßigen Grundwasser-Analysen entdeckt und die Firma als Verursacher aufgespürt worden. "Inzwischen läuft die Produktion des Unternehmens einwandfrei, das zeigen regelmäßige Kontrollen", erläuterte Inge Bantz, Leiterin der Unteren Wasserbehörde. Das Unternehmen saniere auch den Boden, damit das Chromat als Schadstoffquelle verschwindet. Aber inzwischen hat sich die Chemikalie im Grundwasser aufgelöst und hat in einer Art Fahne bereits das Rheinufer etwa in Höhe des Medienhafens erreicht. "Mit fünf Brunnen an verschiedenen Stellen in Bilk wird das Grundwasser hochgepumpt und zur neuen Filteranlage geleitet", erklärte Bantz.

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In mehreren Schritten wird dort gereinigt: Im Tank mit dem Grundwasser wird ein Reduktionsmittel eingespeist, das das giftige Chromat in eine ungefährliche Form umgewandelt. Dieser Stoff wird in einem zweiten Schritt aus dem Wasser gefiltert. In anderen Tanks werden zudem CKW, die ebenfalls im Grundwasser vorkommen und von alten Reinigungsfirmen stammen, in Aktivkohlefiltern herausgezogen. Das saubere Grundwasser wird dann in die Düssel eingeleitet, die direkt an der Filteranlage vorbeifließt.

Die Sanierung gehört zu einem beschleunigten Sanierungsprogramm, "mit dem wir die Verunreinigungen in der City bis Ende 2009 anpacken wollen", sagte Stulgies. Wahrscheinlich würden am Wehrhahn ein CKW-Filter und an der Luisenstraße ein Cyanid-Filter in betrieb genommen. "Das Grundwasser muss wieder genutzt werden können, etwa zum Kühlen in Klimaanlagen", sagte Umweltamtsleiter Werner Görtz. Die Bilker Arcaden beispielsweise könnten daran Interesse haben. Deshalb werde das Reinigen vorangetrieben.