Düsseldorfer Obdachlosenmagazin Helge Schneider kurbelt „Fiftyfifty“-Verkäufe an

Düsseldorf · Musiker und Komiker Helge Schneider wirbt in Düsseldorf für das Obdachlosenmagazin „Fiftyfifty“ - auf Plakatwänden im Stadtgebiet und im Internetportal des Magazins. Die Verkäufe gehen deutlich nach oben.

  Komiker Helge Schneider sitzt mit einem Megafon in der Hand auf der Terrasse seiner Wohnung in Mülheim an der Ruhr.

Komiker Helge Schneider sitzt mit einem Megafon in der Hand auf der Terrasse seiner Wohnung in Mülheim an der Ruhr.

Foto: dpa/Bernd Thissen

Seitdem Helge Schneider von zahlreichen Plakatwänden der Stadt verkündet, wie gut ihm das Düsseldorfer Obdachlosenmagazin „Fiftyfifty“ gefällt, haben die Verkäufe dort deutlich angezogen. Das berichtet das Magazin in einer Pressemitteilung.

Normalerweise würden in den ersten zehn Tagen eines Monats rund 7000 Zeitungen von insgesamt 20.000 verkauft. „Nun sind es bereits 12.000, ein deutliches Plus“, so „Fiftyfifty“-Geschäftsführer Hubert Ostendorf. Außerdem seien durch die Kampagne bereits über 50 Digital-Abos abgeschlossen worden.

Auch die Obdachlosen seien begeistert, heißt es in der Mitteilung. „Die Werbung mit Helge Schneider hilft uns dabei, die Auflage wieder zu steigern. Das spüre ich bereits beim Verkauf auf der Straße. Und das ist auch dringend notwendig“, sagt Thomas Hartmann, „Fiftyfifty“-Verkäufer auf der Königsallee.

Die Macher des Magazins betonten, dass die Krise auch an der Straßenzeitung nicht spurlos vorbeigehe. Die Auflage habe sich im Laufe der Jahre von 40.000 auf 20.000 halbiert.

Da jedoch die Obdachlosen auf den Verkauf einer Zeitung aus Papier angewiesen seien, sei das Digital-Abo eingeführt worden, das bereits jetzt schon etwa ein Drittel der gesamten Produktionskosten abdecke. Für eine Stärkung der Online-Kampagne sei Helge Schneider ein idealer Unterstützer.

Schneider habe bereits zuvor „Fiftyfifty“ unterstützt, indem er Original-Kunstwerke aus seiner Hand beziehungsweise handsignierte Editionen in hohen Auflagen gespendet habe, hieß es. In Interviews habe er über eigene Armutserfahrungen berichtet.

Der Verein mit Magazin und Galerie bietet auch Beratung und Unterstützung für Armutsmigranten aus Osteuropa, betreibt mit dem „Gutenachtbus“ mobile Hilfe für Menschen auf der Straße, bietet Stadtführungen mit Wohnungslosen und seit 2021 eine Wohnungsvermittlung für Wohnungslose ohne Vorbedingungen.

Die Kampagne in Düsseldorf hat einen Media-Wert von fast 100.000 Euro, gespendet für den guten Zweck.

(csr)
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