Düsseldorf: Feuerwehr warnt: Die Straßen sind noch nicht sicher

Düsseldorf : Feuerwehr warnt: Die Straßen sind noch nicht sicher

Auch da, wo nicht gesperrt ist, können Äste brechen, Dachziegel abrutschen. Viele Bürger ignorieren aber auch die Absperrungen.

Dienstagfrüh war der Schock noch groß. Da hatte jeder Autofahrer Verständnis für die Vollsperrung in der Mitte der Kirchstraße zwischen Ellerstraße und Oberbilker Allee. Doch am Dienstagnachmittag hatte die Sonne offenbar den Schrecken des nächtlichen Unwetters bereits vergessen lassen, und irgendein ungeduldiger Unbekannter riss das über die Fahrbahn gespannte Flatterband ab. Nachdem später auch noch ein Passant die nun scheinbar verkehrsgefährdend herumstehenden Baken beiseite geräumt hatte, war die Gefahr nicht mehr zu erkennen. Ahnungslose Autofahrer parkten vor dem Haus, dessen Dach vom Sturm beschädigt worden war - und prompt stürzten gestern erneut Ziegel auf die Autos - zum Glück nicht auf Passanten.

Fälle wie diesen gab es in vielen kleinen Wohnstraßen. Der Denkfehler derer, die die Absperrungen für erledigt und vergessen halten und sie eigenmächtig abräumen ist derselbe wie der vieler Schaulustigen, die unter den Absperrungen hindurch in die Parks laufen: Die Gefahr ist nicht vorbei, wenn auf der Fahrbahn keine Scherben liegen oder ein großer Baum schon umgefallen ist. Weil längst nicht alle Sturmschäden repariert sind, kann schon ein kleiner Windstoß reichen, um weitere Ziegel von Dächern abzutragen oder schwere Äste aus den beschädigten Baumkronen brechen. Beides geschieht derzeit täglich vielfach und das blitzschnell.

Deshalb mahnt die Feuerwehr dringend zur Vorsicht. Das Betretungsverbot für Parks und Grünanlagen "besteht aus gutem Grund", sagt Feuerwehrsprecher Tobias Schülpen. "Die Stadt ist noch lange nicht wieder sicher."

Das gilt auch für die Straßen, die bereits wieder freigegeben wurden - auch für die vielbefahrenen: Am Staad, Maximilian-Weyhe-Allee, Niederrhein-, St.Franziskus-, Klever und Rotterdamer Straße, Fürstenwall und Freiligrathplatz seien seit gestern zwar "eingeschränkt befahrbar". Aber: "Es können immer noch Gegenstände herabstürzen." Die Feuerwehr appelliert an den gesunden Menschenverstand. Der sollte davor warnen, Absperrungen leichtfertig abzuräumen oder sie als Fußgänger (oder Radler) einfach zu ignorieren.

(sg)