Brand in Düsseldorf: Feuerwehr kam nicht in die Ulmer Höh

Brand in Düsseldorf: Feuerwehr kam nicht in die Ulmer Höh

Die schweren Eisentore erforderten Spezialwerkzeug - deshalb verzögerte sich der Löscheinsatz. Die Kapelle ist nach ersten Einschätzungen einsturzgefährdet. Die Kripo geht von Brandstiftung aus. Schwere Vorwürfe an den BLB.

Fast eine halbe Stunde hat die Feuerwehr gebraucht, um am Freitagabend ihre Ausrüstung aufs Gelände der Ulmer Höh zu bringen. Denn die schweren Eisentore des leerstehenden Gefängnisses mussten mit Hydraulikspreizern mühsam aufgedrückt, die armdicken Stahlgitter Stück für Stück weggeflext werden. Früher ließen sie sich elektrisch öffnen, doch den Strom hat der Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes (BLB) abstellen lassen.

Kapelle soll einsturzgefährdet sein

Ob ein früherer Einsatz die alte Knast-Kapelle hätte retten können, ist unklar. Nach ersten, oberflächlichen Begutachtungen soll sie durch Feuer und Löschwasser einsturzgefährdet sein. Mehr als eine Million Liter Wasser hat die Feuerwehr gebraucht, um den Großbrand zu löschen. Die Kripo ermittelt wegen Brandstiftung.

Für Horst Wackerbarth ist vor allem der Zeitpunkt des Brandes "bemerkenswert". Der Fotograf will in der ehemaligen Gefängniskapelle ein soziales und künstlerisches Wohnprojekt verwirklichen. Die Kapelle sollte deshalb als einziges Gebäude auf dem großen Areal stehen bleiben.

"Für Investoren sind wir dadurch ein Störfaktor", weiß Wackerbarth, der erst kürzlich gefordert hatte, der BLB möge das seit Anfang 2012 leerstehende Gelände endlich auf den Markt bringen. "Es eine der letzten großen, bebaubaren Innenstadtflächen - da geht es um sehr viel Geld und große Begehrlichkeiten", sagt Wackerbarth, der am Montag den Ermittlern der Kripo die Hintergründe der Immobiliengeschichte erläutern will. Als potenzieller Käufer fragt er sich aber auch, ob der BLB die Kapelle, deren Bestand beschlossene Sache war, nicht besser hätte sichern müssen.

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Eindringlinge nutzen andere Zugänge

Denn während die Feuerwehr nur mit Mühe in den Innenhof gelangte, herrscht auf dem Gelände sonst ein ständiges Kommen und Gehen. Graffiti-Sprüher, Fotografen, Abenteuerlustige und blindwütige Zerstörer machen einander im Internet immer neue Zugänge bekannt. Da werden von der Metzer Straße aus Löcher ins Mauerwerk geschlagen, Gitter zerschnitten oder einfach eine Leiter angestellt.

Das fällt von der Straße aus nicht auf, weil davor eine Reihe von Nebengebäuden steht, die einst ebenfalls zur JVA gehörten, aber nicht innerhalb der Gefängnismauern stehen. Auch sie zählen zum Staatsvermögen des Landes, sind mit Vorhängeschlössern an den Gartentüren gesichert - aber von den Rückseiten aus geplündert und zerstört worden. In den sich selbst überlassenen Gärten bietet das wuchernde Gestrüpp zusätzlichen Schutz für die Eindringlinge.

Über deren Zerstörungswut hatte unsere Redaktion erst vor wenigen Wochen berichtet. Der BLB hatte daraufhin der Bezirksvertretung 1 erklärt, er werde das Areal besser sichern. Die CDU der BV1 forderte jetzt von Oberbürgermeister Geisel, im Land mehr Druck zu machen.

Für Wackerbarth ist vordringlich, die Kapelle zu retten. "Das darf jetzt nicht das Ende sein. Dieses Gebäude ist ein über 100-jähriger Teil unserer Geschichte."

(RP)