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Feuerwehr Düsseldorf: So sieht die neue Schutzkleidung aus

Neue Schutzkleidung : Feuerwehr Düsseldorf wechselt von Blau zu Beige

Die Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst sind in Düsseldorf von nun an in neuer Schutzkleidung unterwegs. Dabei hat sich deutlich mehr geändert als nur die Farbe – ein neues System steckt hinter den Uniformen.

Einige haben es vielleicht schon bemerkt: Die Einsatzkräfte der Feuerwehr und des Rettungsdienstes haben eine neue Schutzausrüstung. Statt wie gewohnt dunkelblau ist die neue Kleidung der Feuerwehrleute sandfarben. Das hat einen ganz praktischen Grund: Durch die helle Farbe fallen Flecken oder Schäden sofort auf und können schneller gereinigt oder repariert werden. Hinter der neuen Schutzkleidung steckt aber noch mehr: ein ganz neues System.

Früher, sagt Feuerwehrchef David von der Lieth, seien die Einsatzkräfte oftmals rußschwarz und nach Rauch riechend wieder in der Wache angekommen. Diese Zeiten seien vorbei. Heute sei es Ziel, dass die Feuerwehrleute immer in sauberer Kleidung von einem Einsatz zurückkehren. Darum hat die Feuerwehr ihr gesamtes Hygienesystem umgestellt.

Die Einsatzkräfte tragen nun auf der Wache eine normale Arbeitshose und ein T-Shirt. Für den Einsatz ziehen sie Schutzhose und Jacke drüber. Werden diese verschmutzt, können die Feuerwehrleute sie direkt an der Einsatzstelle ausziehen. Bei Bedarf werden sie in luftdichte Säcke verpackt. Eine Reinigungsfirma holt die schmutzige Kleidung dann an der Einsatzstelle oder an der Wache ab.

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Das hat auch gesundheitliche Gründe: Durch das Tragen verrußter Kleidung sind Feuerwehrleute einem höheren Krebsrisiko ausgesetzt, zudem arbeiten sie häufiger mit Gefahrenstoffen und Rettungssanitäter behandeln regelmäßig Personen mit ansteckenden Krankheiten. Die Kleidung wird darum etwa bei Seuchenverdacht mit einem desinfizierenden Reinigungsverfahren nach Vorgaben des Robert-Koch-Instituts behandelt, sagt Thomas Tremmel, Abteilungsleiter Technik bei der Feuerwehr. Zwei bis vier Tage dauert es, bis die Firma die gereinigte Ausrüstung an die Wachen verteilt.

Alle Einsatzkräfte haben nun – anders als zuvor – zwei unterschiedliche Ausrüstungen, eine schwere und eine leichte. Die schwere Kleidung ist für den Einsatz in brennenden Gebäuden gemacht und hält für wenige Sekunden Temperaturen von 800 bis 1000 Grad aus. Die leichtere Variante tragen sie bei technischen Hilfeleistungen – etwa bei Unfällen oder kleineren Außenbränden. Darin können sich die Einsatzkräfte besser bewegen und haben eine geringere Wärmebelastung. Die leichteren Jacken sind zudem mit mehr Reflektoren ausgestattet, damit man sie nachts auf der Straße besser sieht.

Jeder Feuerwehrmann und jede Feuerwehrfrau hat je einen Satz der schweren und der leichten Ausrüstung. Damit sie richtig sitzen und sich die Einsatzkräfte gut darin bewegen können, wurde die Schutzkleidung maßgeschneidert, hat also die passenden Schulterbreiten, Arm- und Beinlängen. Sind beide Uniformen in der Reinigung, gibt es auf jeder Wache einen Bestand an unterschiedlich geschnittenen Sets, an denen sie sich bedienen können. Die Kleidung des Rettungsdienstes ist ebenfalls neongelb und aus einem leichten Funktionsstoff, ähnlich wie ein Trainingsanzug.

Damit dabei nichts durcheinandergeht, ist in die Kleidungsstücke ein Chip eingenäht. Über dieses System lässt sich nachvollziehen, wo sich eine Ausrüstung gerade befinden. Zudem erfasst der Chip, wie häufig die Kleidung bereits gereinigt wurde – bis zu 50 Mal können die Uniformen nämlich gewaschen werden, bis das Material und damit der Schutz nachlässt.

Alle Einsatzkräfte sind mit den neuen Uniformen ausgestattet. Bis 2025 bekommt die Feuerwehr 2500 neue Sets, für den Rettungsdienst sind es 3500 Hosen und 2000 Jacken. Die Sanitäter brauchen deutlich mehr, da sie mehr Einsätze fahren und ihre Kleidung dabei häufiger schmutzig wird. Kosten: rund fünf Millionen Euro. Die alten Ausrüstungen wurden entsorgt – das Material hatte das Ende seiner Lebenszeit erreicht.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Feuerwehr Düsseldorf mit neuer Schutzkleidung