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Feuerwehr Düsseldorf: Höhenretter-Training unter Rheinbrücke

Feuerwehr-Übung in Düsseldorf : Höhenretter-Training unter Rheinbrücke

Auszubildende der Feuerwehr simulierten unterhalb der Theodor-Heuss-Brücke eine Personenrettung. Der Verletzte wurde aus der Brückenkonstruktion auf das Löschboot auf dem Rhein herabgelassen.

Der letzte Einsatz liegt fünf Jahre zurück. 2017 hatte sich ein Arbeiter im Hohlkörper der Theodor-Heuss-Brücke eine Beinverletzung zugezogen und kam ohne Hilfe aus dem schmalen Schacht nicht mehr heraus. In solchen Fällen stehen die Höhenretter der Feuerwehr parat, sie versorgten den Mann zunächst und ließen ihn dann unterhalb der Rheinbrücke auf einer Trage mit Seilen herab. Auch wenn Einsätze dieser Art eine Ausnahme sind, müssen die Retter auf sie vorbereitet sein und trainieren deshalb regelmäßig für diese Extremsituation.

So auch am Freitag. Unterhalb der Theodor-Heuss-Brücke simulierten die Auszubildenden des aktuellen Lehrgangs gemeinsam mit den Tauchern und der Löschbootbesatzung eine Personenrettung. „Wir entwickeln für unsere Auszubildenden und bereits fertig ausgebildeten Höhenretter immer wieder neue Übungsszenarien, um nicht in Routine zu verfallen“, sagte der leitende Höhenretter, Jörg Janssen, „so haben wir in dieser Situation die Rettung eines verletzten Brückenarbeiters, der einen medizinischen Notfall in einer Wartungsgondel erlitten hat, geübt“. Dafür fuhr zunächst ein Motorboot der Feuerwehr unter die Theodor-Heuss-Brücke. Von der „Unglücksstelle“ gingen zwei Seile ab, an denen die Höhenretter abgesichert nach oben kletterten. Anschließend wurde eine „rote Tasche“ hochgezogen, es war die zusammenfaltbare Trage für den Patienten.

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Dann drehte das kleine Motorboot ab und das große Feuerwehrlöschboot setzte sich unter die Brücke – kurz vor der Übung hatte das sogar noch einen richtigen kleinen Einsatz, als ein Segelboot auf dem Rhein Hilfe der Feuerwehr benötigte. Einige Minuten vergingen, bis die Höhenretter den Verletzten rund 20 Meter über dem Löschboot auf der Trage hatten und ihn dann vorsichtig aufs Vorderdeck herabließen. Nicht nur für sie eine Herausforderung, sondern auch für Schiffsführer Daniel Wilke am Steuerrad. „Man merkt es extrem, wenn andere Schiffe an uns vorbeifahren“, sagte er. Das Löschboot werde erst an die vorbeifahrenden Schiffe herangezogen, dann wieder abgestoßen. Wilkes Aufgabe: das Löschboot trotz des Soges möglichst stabil auf der Position unter der Brücke halten. Strömungsretter sicherten die Rettungsaktion zusätzlich ab.

 Der Verletzte hat samt den Höhenrettern das Vorderdeck des Löschbootes sicher erreicht.
Der Verletzte hat samt den Höhenrettern das Vorderdeck des Löschbootes sicher erreicht. Foto: Anne Orthen (orth)/Anne Orthen (ort)

Nach rund 20 Minuten war die Übung erfolgreich beendet, Höhenretter und Patient hatten wieder Boden unter den Füßen, alle Einsatzkräfte hatten Hand in Hand gearbeitet. Düsseldorfs Feuerwehrchef David von der Lieth betonte die Besonderheit und Bedeutung der Einheit: „Wenn Feuerwehreinsätze in Höhen oder Tiefen gehen und es besonders brenzlig wird, kommen unsere Spezialisten zum Einsatz.“ Er sei dankbar, dass sich die Kollegen zusätzlich zu ihrem Einsatz im Rettungsdienst und im Feuerwehreinsatz für diese besondere Aufgabe aus- und fortbilden ließen.

Nach dem Training schaute auch Feuerwehrsprecher Marcel Angenendt zufrieden drein und erinnerte noch einmal daran, wie gefährlich das Schwimmen im Rhein ist. Bei einer Fließgeschwindigkeit von sechs Metern pro Sekunde sei es im Rhein lebensgefährlich, viele unterschätzten dies allerdings leichtfertig. „Und je weniger Wasser im Fluss ist, also eher jetzt im Sommer, desto stärker ist die Zugkraft“, erklärte Schiffsführer Wilke.