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Ferdinand Tiggemann BLB steht in Düsseldorf wieder vor Gericht

Prozess vor dem Landgericht Düsseldorf : Tiggemann soll zahlen – das Land möchte seine Millionen zurück

Das Land NRW hat den korrupten Ex-Chef seines Baubetriebs BLB, Ferdinand Tiggemann, auf über zehn Millionen Euro Schadenersatz verklagt. Unter anderem soll es beim Bau der Hochschule auf dem ehemaligen Schlössser-Gelände zu Unregelmäßigkeiten gekommen sein.

Als Häftling in Jeans und Sweatshirt durch Justizkräfte aus dem Gefängnis vorgeführt, ist Ex-BLB-Boss Ferdinand Tiggemann am Donnerstag vorm Landgericht einer Schadensersatzklage über zehn Millionen Euro entgegen getreten.

Als langjähriger Chef des landeseigenen Bau- und Liegenschaftsbetriebes (BLB) soll er in den 2000er Jahren durch illegale Machenschaften dem BLB und dem Land NRW bei zwei Bauprojekten erhebliche Schäden zugefügt haben. Vor drei Jahren war er dafür vom Landgericht auch wegen Untreue und Bestechlichkeit zu siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt worden, die er aktuell absitzt. Doch nun wollen sich Land und BLB die Millionenschäden von dem Ex-Manager erstatten lassen. Sogar 138.000 Euro, die Tiggemann einst als Schmiergeld kassiert habe, wollen die Kläger haben. Doch nach einem Hinweis der Zivilkammer unter Vorsitz von Richter Thomas Brüggemann ist ein Großteil der Forderungen durch die Landes-Anwälte nicht mal ausreichend belegt.

Sein Insiderwissen als BLB-Boss habe Tiggemann verraten, dadurch Zwischenkäufern die Chance geboten, vom BLB ausgewählte Grundstücke vorher weg zu schnappen – und die Areale dann mit erheblichem Aufpreis an den BLB weiter zu geben. Das war einer der Kernvorwürfe im mehrmonatigen Strafprozess, der im Februar 2017 mit der Verurteilung Tiggemanns und seiner sofortigen Verhaftung im Gerichtssaal geführt hatte. In ihrer aktuellen Zivilklage fordern Land und BLB aus zwei konkreten Projekten die Erstattung aller Schäden: Beim Ankauf des früheren Schlösser-Areals für einen Neubau der Hochschule Düsseldorf soll Tiggemann nicht nur die vom Eigner verlangten 15 Millionen Euro akzeptiert haben, sondern sogar 17 Millionen Euro. Die Differenz solle er nun erstatten, so die Kläger.

Weitere acht Millionen Euro Schaden habe er durch unerlaubte Handlungen beim Projekt des Polizeipräsidiums in Köln Kalk verschuldet. Hier aber widersprach das Landgericht: Ein „bunter Strauß von Pflichtverletzungen“, den die Kläger hier gegen Tiggemann präsentieren, „darf durchaus kritisch gesehen werden“. So sei die Höhe des in Köln angeblich angerichteten Schadens nur eine unbewiesene Vermutung, „letztlich ist alles Spekulation“, so der Richter. Eine acht-Millionen-Forderung könne ja „nicht einfach ins Blaue behauptet werden“. Hier müssen die Landesanwälte also nachbessern. Mit einem Urteil wird am 2. Juli gerechnet.