Feenzimmer zieht an die Nordstraße 101 in Düsseldorf

Mein Laden: Im Feenzimmer

Sandra Wachtendonk ist mit ihrem Geschäft aus dem Hinterhof direkt an die Nordstraße gezogen.

Von den Kobolden hat sich Sandra Wachtendonk getrennt. „Die habe ich im Hof gelassen“, sagt die Geschäftsinhaberin. Damit meint sie jenen Innenhof an der Nordstraße 80, der seinen Charme hat, mit dem Café, der Goldschmiede-Manufaktur, dem Coiffeur. Und eben „Feen & Kobolde“, dem ausgefallenen Modegeschäft, wo Kindermode unten und ausgesuchte Mode-Kollektionen für Frauen im Feenzimmer oben angeboten wurden. Nur: Der Platz war beengt, „und gesehen wurde man auch nicht“, sagt Wachtendonk, die sich lange nach einem neuen Ladenlokal umgesehen hat, an der Nordstraße bleiben wollte und schließlich fündig wurde. Das Feenzimmer liegt jetzt an der Hausnummer 101, unweit des Dreiecks, und wie gesagt: Mit dem Umzug folgte auch die Umbenennung. „Ich wollte die Ware endlich mal vernünftig präsentieren, und die Entwicklung bei der Kindermode war ohnehin schon seit langem rückläufig“, erklärt die 51-Jährige ihren Abschied von den Kobolden. Und überhaupt: „Wenn man was macht, muss man es auch richtig machen, sich fokussieren.“

Sandra Wachtendonk hat im Einzelhandel gelernt, 20 Jahre bei Karstadt gearbeitet und während dieser Zeit, „die ich nicht missen möchte“, viele Städte gesehen, „in Düsseldorf bin ich irgendwie hängengeblieben“. Der Wunsch, im eigenen Geschäft zu stehen, war schon immer da, vor zehn Jahren setzte sie ihren Traum in die Realität um. Aus den 45 Quadratmetern wurde mit dem Wechsel zum Dreieck doppelt so viel Fläche plus fünf Meter Fensterfront, jetzt kann sich Wachtendonk so richtig austoben. Jede Woche wird neu dekoriert. Außerdem ist sie nicht länger Einzelkämpferin, sondern hat mit Brigitte Klein („Mein Goldstück“) nun eine feste Mitarbeiterin. Das ist allein schon deswegen nötig, weil die beiden Mode-Expertinnen in dem auf Kleider spezialisierten Geschäft jedes Stück selbst anprobieren und auf seine Funktionalität testen, bevor es im Feenzimmer angeboten wird. „Frauen müssen so ein Kleid im Büro genauso wie später auf dem Spielplatz tragen können. Es darf nicht nur schick sein, es muss auch was aushalten können. Was nicht theoretisch auch bei uns im Schrank hängen könnte, kommt nicht in den Laden.“

Im Feenzimmer wirkt alles sehr frankophil, Chansons erklingen aus dem CD-Player, kleine Eiffeltürme stechen als Anhänger von Ketten der Marke Les Cleias ins Auge, „ich liebe Frankreich, ich liebe Paris“, sagt Wachtendonk, die versucht, Labels anzubieten, die es in Deutschland nur ein Mal gibt: italienische, spanische, deutsche – und natürlich französische. Es gibt auch Schuhe, Strickjacken, Oberteile und T-Shirts, aber die Kleider sind und bleiben das Herzstück des Feenzimmers.

Sandra Wachtendonk wohnt in Golzheim, das nahe Pempelfort und die Nordstraße mit ihrer kauffreudiger Kundschaft und den vielen jungen Familien ist für sie der ideale Ort, sich als Geschäftsfrau zu etablieren. Hier findet sie zudem ein Publikum für ihre Events, die alle zwei Monate stattfinden. Doch in das Feenzimmer kommen Frauen auch gerne von weit her. „Ich habe lange fast nur von Empfehlungen gelebt“, sagt Wachtendonk. Aber die Zeit des verwunschenen Hinterhofs ist ja jetzt vorbei. Das Feenzimmer wird von jedem wahrgenommen.

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