FDP in Düsseldorf will Drohnen gegen Kanadagänse einsetzen

Tiere in Düsseldorf : FDP will Drohnen gegen Kanadagänse einsetzen

Die Stadt soll die Maßnahme zumindest prüfen. Einsatzgebiete könnten die Rheinwiesen und der Hofgarten sein. Im kanadischen Ottawa hat das gut funktioniert.

Die FDP wird in der kommenden Sitzung der Bezirksvertretung 1 beantragen, gegen die Überpopulation von Kanadagänsen Drohnen einzusetzen, die die Tiere vertreiben sollen. Die Verwaltung solle diese Maßnahme zumindest prüfen und nach Möglichkeit zeitnah testen. Erste Einsatzgebiete könnten die Rheinwiesen und der Hofgarten sein.

Zur Begründung führt die Partei an, dass die bisherigen Maßnahmen zur Reduzierung der Kanadagans-Populationen in Düsseldorf weitestgehend wirkungslos geblieben sind. Ein Blick in die Grünanlagen des Stadtbezirks 1 zeige, dass die Verschmutzung durch Gänsekot eher zugenommen hat. In den Parks und Grünanlagen sei es an vielen Stellen nicht mehr möglich, Kinder spielen zu lassen. Freizeitsportler würden sich angewidert von den Rheinwiesen abwenden. 

Gänse mit Drohnen zu vertreiben, wird bereits in anderen Städten wie etwa Mülheim ausprobiert, die Maßnahme wird jedoch von Tierschützern heftig kritisiert.

Immerhin: Vor gut vier Wochen verkündete die Stadt, dass Ende 2019 nicht mehr Kanadagänse als vor einem Jahr in Düsseldorf gelebt haben. Die Verwaltung hat das als Erfolg des sogenannten Gänsemanagements verbucht. Demnach stagniert die Zahl im Stadtgebiet bei rund 1400. Ohne Gegenmaßnahmen wäre die Zahl der Tiere auf 1680 gestiegen, hieß es vom Gartenamt. In den Parks sei die Zahl der Gänse den Zählungen zufolge sogar rückläufig.

Wie in ganz Deutschland hat sich die aus Nordamerika angesiedelte Art in den vergangenen Jahren massiv ausgebreitet: Von 2009 bis 2017 hat sich die Zahl der Kanadagänse in Düsseldorf verdoppelt. Wegen vieler Beschwerden, insbesondere über verschmutzte Parks, hat die Stadt 2018 ein Gegenprogramm gestartet. Wichtigster Schritt ist dabei, dass eine Mitarbeiterin die Eier aus den Nestern klaut. Zwei Stück müssen aber zurückbleiben, da die Tiere sonst eine weitere Brut beginnen. 800 Eier wurden im Vorjahr entnommen, 200 mehr als 2018. Außerdem gestaltet das Amt Brutplätze für Höckerschwäne, da diese die Gänse vertreiben.

Die Idee, die Gänse zu erschießen, wie es zeitweise für den Zoopark schon einmal in der Diskussion war, wurde wieder fallengelassen. Daraufhin hatte Be­zirks­bür­ger­meis­ter Uwe Wag­ner bereits vor anderthalb Jahren laut darüber nachgedacht, Drohnen einzusetzen.

Im kanadischen Ottawa hat man gute Erfahrungen mit Drohnen gemacht, um Gänse vom Strand zu verjagen. Mehrere Monate lang musste eine Drohne nur am Morgen über den Strand fliegen, und die bis zu 150 Gänse ergriffen sofort die Flucht.