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FDP erntet Kritik für die Idee eines neuen Stadtteils

Stadtplanung in Düsseldorf : Harsche Kritik an der FDP für die Idee eines neuen Stadtteils

SPD, CDU, Grüne und Linke kontern auf Pläne der Liberalen rund um die Bergische Kaserne und wollen Grünflächen erhalten.

Der Vorstoß der FDP, an der Knittkuhler Straße einen neuen 50 Hektar großen Stadtteil namens Conesberg zu entwickeln, löst bei SPD, CDU, Grüne und Linken Unverständnis und Irritationen aus. Dass einmal rund 10.000 neue Bewohner auf dem Kasernenareal leben sollen – vielleicht noch mehr, wenn man das Planungsgebiet größer fasst und auch umliegende Grünflächen hinzunimmt – sehen die Parteien kritisch. „Diese Verdichtung wäre heftig“, sagt Rolf Tups, der neue Fraktionsvorsitzende der CDU.

Die Kaserne liegt an der Ecke Bergische Straße/Knittkuhler Straße. In den Überlegungen, neuen Wohnraum in Düsseldorf zu schaffen, spielt das Areal parteiübergreifend längst eine Rolle. „Es ist doch klar, dass wir das Gebiet an der Bergischen Kaserne entwickeln wollen. Aber es ist eine Frage der Größenordnung“, sagt Norbert Czerwinski, Sprecher der Grünen, für den die Dimension von rund 10.000 Menschen eine Nummer zu groß ist: „Auf einer kleinen Fläche würde man sehr verdichtet bauen.“ Czerwinski wundert sich, dass die FDP zunächst gegen eine solche Verdichtung gewesen sei, nun aber diesen Vorschlag unterbreitet. „Außerdem stecken die Schwierigkeiten im Detail. Was ist mit einer Verkehrserschließung, was ist mit einer Frischluftschneise?“

Für die CDU sind konkrete Pläne erst sinnvoll, wenn in dem Gebiet die Verkehrsprobleme mit einer ÖPNV-Erschließung gelöst werden.

Außerdem sei bislang noch ungeklärt, ob und wann die Bundeswehr den Standort für eine zivile Nutzung zur Verfügung stellt. Wenn es so weit ist, befürwortet die Union eine Bebauung für 3000 bis höchstens 5000 Menschen. „Wir wollen Wohnungsbau mit maßvoller Dichte und geringer Höhe ermöglichen, der sich in die Umgebung einfügt und die Verkehrssituation am Ort angemessen berücksichtigt“, sagt CDU-Ratsherr Alexander Fils. Um das Bauland, wie von der FDP vorgeschlagen, auf 50 Hektar auszudehnen, lehnt die CDU es ab, umliegende Grünflächen miteinzubeziehen: „Dieser Schritt wäre städtebaulich und klimapolitisch ein großer Fehler.“ Ein vollständiges Zubauen ist für Fils unvertretbar: „Wir können uns hier auf einen entsprechenden Ratsbeschluss von 2016 zum Erhalt des Grünzugs berufen, den damals auch die FDP mitgetragen hat.“

Dementsprechend irritiert von der Idee der FDP zeigt sich auch SPD-Ratsherr Matthias Herz: „Frau Dr. Strack-Zimmermann kommt mit einer Fläche daher, die den Menschen in Düsseldorf als Bergische Kaserne bekannt ist und bereits seit Jahren in den Gremien der Stadt planerisch vorangetrieben wird.“ Er erinnert daran, dass der FDP-Fraktionsvorsitzende Manfred Neuenhaus in der Ratssitzung am 15. September 2016 die Einbeziehung des regionalen Grünzugs noch kategorisch abgelehnt und darauf gepocht habe, ihn im Regionalplan abzusichern. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Markus Raub möchte den Grünzug erhalten und sagt zum FDP-Vorschlag: „Neu daran sind zwei Dinge: Die Bergische Kaserne soll zukünftig Conesberg heißen und der regionale Grünzug einbezogen werden.“ Für die SPD steht fest: Sollte die Bergische Kaserne mit einem leistungsstarken ÖPNV-Anschluss erschlossen werden, muss auch die westlich der Kaserne gelegene Fläche von 64 Hektar mitentwickelt werden.

Angelika Kraft-Dlangamandla von der Linke hält den Vorstoß für „Wahlkampfgetöse“ und kritisiert zudem den von der FDP angedachten Quadratmetermietpreis von 7,50 Euro. „Bei anderen Projekten liegen wir bei 6,80 Euro. Die Idee der FDP ist keine, wie wir uns eine für Düsseldorf vorstellen.“