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Ölmühle Sels: Faulige Gase sollen verbrannt werden

Ölmühle Sels : Faulige Gase sollen verbrannt werden

Mit einer thermischen Abgasverbrennungsanlage wollen die Betreiber der Ölmühle Sels in den nächsten Wochen die Geruchsbelästigung in Neuss und Düsseldorf unter Kontrolle bringen. Bis Januar soll eine mobile Verbrennungseinheit errichtet werden, für März ist der Aufbau einer fest installierten Anlage geplant, berichtete Geschäftsführer Winfried Dallmann.

Da die Firma den fauligen Geruch nicht durch Reinigungsarbeiten oder moderne Filteranlagen in den Griff bekommen konnte, greift das Unternehmen nun auf die Technik der thermischen Abluftverbrennung zurück. In der Anlage sollen zukünftig die Dämpfe und Gase verbrannt werden, die bei der Produktion entstehen und die für die üblen Gerüche verantwortlich sind.

Zurzeit laufen die Vorbereitungen für den Aufbau der mobilen Verbrennungsaggregate. "Wir arbeiten mit Hochdruck daran und hoffen die mobilen Aggregate im Januar einsetzten zu können", so Geschäftsführer Winfried Dallmann.

Im März soll der Verbrennungsprozess dann in einem eigens für die Neusser Ölmühle hergestellten Kessel durchgeführt werden. "Die Bürger werden den Unterschied zwischen der Übergangslösung und der fest installierten Anlage gar nicht bemerken", ist sich Dallmann sicher.

Die Firma Sels arbeitet eng mit dem Neusser Umweltdezernat zusammen. Umweltdezernent Karsten Mankowski zeigte sich optimistisch: "Es kann nur besser werden. Wir sind als Behörde vor Ort und ziehen mit dem Unternehmen an einem Strang." Der Experte gab aber auch zu bedenken: "Ganz geruchslos wird aber solch ein Industriebetrieb nie funktionieren."

Sels-Geschäftsführer Winfried Dallmann hofft nun, dass bald Ruhe in die Diskussion um die Ölmühle einkehren wird: "Ich möchte daran erinnern, dass nicht nur die Ölmühle, sondern der ganze Neusser Hafen unangenehm riechen kann."

In der Ölmühle werden aus Ölsaaten Speiseöl und Fette für die Lebensmittel- und Tierfutterindustrie hergestellt. Das Unternehmen war bereits im November für kurze Zeit für Reinigungsarbeiten geschlossen worden. In der vergangenen Woche hatte ein Düsseldorfer zudem auf Facebook die Protest-Gruppe "Düsseldorf stinkt's" gegründet.

(csi/jco)