Fast 10.000 Kita-Mitarbeiter demonstrieren in Düsseldorf

Protest in der City : Tausende Erzieher demonstrieren

Mehr Geld und Wertschätzung forderten Kita-Mitarbeiter aus ganz NRW. Fast 10.000 kamen nach Düsseldorf – mit vielen kreativen Transparenten im Gepäck.

Rasseln, Klappern und Pfeifen gehörte für die Demonstranten am Donnerstag dazu, genauso wie freche Plakate („Erzieherinnen sind wie Dessous – Spitzenqualität für ein Hauch von nichts“) und laut skandierte Parolen („Mehr Personal – Kita wird zur Qual!“). Knapp 10.000 Erzieherinnen und Mitarbeiter von Kitas aus ganz NRW marschierten am Nachmittag auf zwei Wegen zur Breite Straße und von dort gemeinsam zum Rheinpark in Golzheim. Der Sympathie der meisten Passanten konnten sie sich sicher sein – trotz erheblicher Einschränkungen für den Verkehr. Mehrere Straßen mussten ab 14 Uhr gesperrt werden, darunter die Kö, der Fürstenwall, der Graf-Adolf-Platz, die Breite Straße, die Heinrich-Heine-Allee und das Joseph-Beuys-Ufer. Aufgerufen zu der Demonstration hatte das Bündnis „Mehr Große für Kleine“, dem auch Betriebsräte und Vertreter des Landeselternbeirates angehören.

Streitschlichter, Pädagogen, Experten für Zahnhygiene, Ansprechpartner der Eltern und Dokumentare: Viele Erzieher spüren bei knapper Personaldecke, dass sie an ihre Grenzen kommen. Obendrein vermissen viele von ihnen die Wertschätzung für einen anspruchsvoller werdenden Job. „Mit Kindern spielen ist ja nicht so schwer“ – solche Sprüche finden auch viele Demonstrantinnen unerträglich. Entsprechend fordern sie eine bessere Bezahlung und kleinere Kita-Gruppen. Der Protest richtete sich auch gegen den Entwurf für das neue Kinderbildungsgesetz der Landesregierung, das aus Sicht der Erzieherinnen nicht ausreichend auf ihre Belange eingeht. Transparente mit Aufschriften wie „Ich kann gar nicht so schlecht arbeiten, wie ich bezahlt werde“, „Bildung ist kein Kinderspiel“ und „Kinder brauchen Knete – wir auch“ unterstrichen die Kritik. Auch am heutigen Freitag müssen sich die Bürger in der City auf die Sperrungen einstellen. Beim globalen Streiktag von „Fridays for Future“ startet ein Demonstrationszug ab 10.30 Uhr am Maxplatz und zieht von dort bis zur Abschlusskundgebung im Rheinpark.

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