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Farid Bang Video Düsseldorf ist gelöscht: Thomas Geisel entschuldigt sich nicht

Nach heftigen Protesten : Umstrittenes Farid-Bang-Video auf Seiten der Stadt Düsseldorf gelöscht

Das umstrittene Video des Rappers Farid Bang ist nun von allen Internetseiten der Stadt Düsseldorf gelöscht worden. Oberbürgermeister Thomas Geisel erklärte, er sei damit dem Wunsch der Fraktionen gefolgt.

Die Stadt Düsseldorf hat das umstrittene Video mit dem Rapper Farid Bang von allen ihren Online-Kanälen gelöscht. Dies teilte Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) am Dienstagabend bei Facebook mit. Er sei damit dem Willen der Fraktionen im Stadtrat gefolgt. Bei aller „berechtigten“ Kritik an der Person von Farid Bang sehe Geisel zugleich „keinen Anlass für eine Entschuldigung“, hieß es weiter im der Stellungnahme.

Geisel stand wegen des Videos seit einer Woche politisch scharf in der Kritik. Sogar die Spitzen von Kreisverband und Ratsfraktion der SPD distanzierten sich von der Zusammenarbeit mit dem Rapper, der wegen antisemitischer und frauenfeindlicher Texte in der Kritik stand und in dem Video dazu aufruft, die Schutzregeln gegen die Corona-Pandemie einzuhalten. Ein ungewöhnlicher Schritt, denn Geisel tritt bei der Kommunalwahl am 13. September als Oberbürgermeister-Kandidat sowie Spitzenkandidat für die Ratswahl für die Partei an.

Geisel erinnerte in seiner Stellungnahme am Dienstagabend daran, dass er die Vorsitzenden der Ratsfraktionen für Montag zu einem Gespräch über das weitere Vorgehen ins Rathaus eingeladen hatte. Nur SPD und Linke nahmen das Angebot an, die anderen Fraktionen kritisierten ein Wahlkampfmanöver.

Er verteidigte in dem Facebook-Beitrag zugleich erneut sein Vorgehen. Es gebe einen breiten Konsens, dass sich die „Probleme“ in der Altstadt und am Rheinufer nicht alleine mit polizeilichen Mitteln lösen ließen. Vielmehr bedürfe es einer Ansprache, die von denjenigen, deren Verhalten Anlass zur Sorge gibt, „gehört und als glaubwürdig empfunden“ wird. „Einen wirklich überzeugenden Vorschlag habe ich diesbezüglich nicht gehört“, schreibt Geisel.

Farid Bangs Texte seien „teilweise widerwärtig“, räumt Geisel in dem Statement ein. Er schreibt weiter: „Es sollte vielleicht noch erwähnt werden, dass seine großzügigen Spenden von Schutzmasken von zahlreichen caritativen (u.a. Kinderhospiz Regenbogenland, Sterntaler e.V., SOS-Kinderdörfer Düsseldorf) und städtischen Einrichtungen (Düsseldorfer Feuerwehr) dankbar angenommen wurden“.

Die Zusammenarbeit mit dem Rapper hatte dem seit 2014 amtierenden OB scharfe Kritik aus allen politischen Lagern eingebracht. Viele Kritiker erinnerten an den Eklat beim Musikpreis Echo im Jahr 2018 um eine antisemitsche Textzeile aus einem gemeinsamen Song von Farid Bang mit Kollegah. Wortführer des Protests war damals Tote-Hosen-Sänger Campino gewesen, in der Folge wurde der Musikpreis abgeschafft.

Geisel konnte sich in der Folge offenkundig nicht einmal in der eigenen Partei mit seiner Haltung durchsetzen, dass die Texte des Musikers zwar problematisch sind, er aber als Botschafter für den Coronaschutz trotzdem eine gute Wahl sei. Seine Konkurrenten in der Direktwahl ums Oberbürgermeister-Amt hatten umgehend eine Löschung des Beitrags gefordert, der nun nur noch auf der Internetseite von Farid Bang zu sehen ist.

Was sind die Lehren aus dem Farid-Bang-Video für den Düsseldorfer Wahlkampf. Lesen Sie dazu hier eine Kolumne.