Prozess in Düsseldorf: Fan randaliert auf Manga-Party

Prozess in Düsseldorf : Fan randaliert auf Manga-Party

Von einer als Katze verkleideten Frau wollte sich ein 33-jähriger Comic-Fan bei einem Manga-Festival Mitte 2011 nicht anmaunzen lassen. Als die 20-Jährige ihm dennoch ein herzhaftes "Miau" zurief, soll der als "Pikachu" (eine gelbe Pokemon-Figur) verkleidete Mann ausgerastet sein, die "Katze" gewürgt und geschlagen haben.

Auch deren Freundin wurde von ihm laut Anklage misshandelt. Und als deren Mutter zu Hilfe kam, sei sie ebenfalls verletzt worden. Doch diese Anklage wegen dreifacher Körperverletzung tat der Angeklagte am Freitag beim Amtsgericht ab: "Ich bin hier das Opfer!"

Manga-Parties sind magische Treffpunkte für Fans von japanischen Comics. Die Anhänger der Szene kennen sich, treffen sich immer wieder. Der Angeklagte gab bei einem früheren Prozessversuch an, er sei von der "Katze" und deren Clique via Internet dauernd als Pädophiler verunglimpft worden, habe sich dagegen beim Manga-Festival im Reisholz wehren wollen. Doch die "Katze" habe ihn "an-miaut", ihre Begleiter hätten ihn sofort attackiert.

"Ich bin der Geschädigte, ich wurde zu Boden geprügelt, ich rief um Hilfe", empörte sich der 33-Jährige. Wegen des zerfahrenen Gesamteindrucks, den der Angeklagte macht, hatte ein früherer Richter den Prozess einst abgebrochen, den 33-Jährigen zum Psychiater geschickt. Dort ist der Angeklagte aber nie erschienen.

Am Freitag erklärte er sich plötzlich doch bereit, seine Schuldfähigkeit von einem Gutachter testen zu lassen. Damit dafür Zeit ist, wurde die Verhandlung erneut abgebrochen. Beim nächsten Termin, der nicht vor April möglich ist, soll dem 33-Jährigen dann auch ein Rechtsanwalt als Pflichtverteidiger an die Seite gestellt werden.

(wuk)
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