Düsseldorf: Familienvater darf nicht bleiben

Düsseldorf: Familienvater darf nicht bleiben

Seit fünf Jahren lebt die fünfköpfige Roma-Familie Idic aus Serbien getrennt von ihrem Vater Vlasta Idic (44) in Düsseldorf. Und dies, obwohl das Einkommen der Familie mit rund 3000 Euro hoch genug ist, um die wirtschaftlichen Kriterien für den Familiennachzug des Vaters und Ehemanns zu erfüllen und sie nicht auf Unterstützung angewiesen ist.

Tochter Semra Idic: "Es ist sehr schwer für uns alle, ohne unseren Vater zu leben. Wir wissen nicht, wie wir das weiter schaffen können". Die 21-jährige pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte, die ein Aufsehen erregendes Buch über das Schicksal ihrer Familie geschrieben hat, macht klar: "Düsseldorf ist unsere Heimat. Wir sind hier gut integriert, sprechen alle Deutsch und fallen der Bundesrepublik Deutschland finanziell nicht zur Last."

Jetzt traf sie sich mit ihrem Vater nach längerer Zeit wieder bei der Flüchtlingsinitiative "stay" an der Hüttenstraße. Vlasta Idic ist für einige Wochen in Düsseldorf. Als Tourist darf er drei Monate bei seiner Familie bleiben. Aber die deutschen Behörden verbieten ihm den dauerhaften Aufenthalt. Idic: "Ich verstehe es nicht. Ich habe sogar die Zusage für eine feste Anstellung in Düsseldorf beim Sicherheitsunternehmen Köther-Security."

Vor vier Jahren sollte die ganze Familie nach Serbien abgeschoben werden. Sie lebte seit über 15 Jahren in Deutschland. Vater Vlasta Idic wurde dann im November 2005 nach Serbien abgeschoben. Die Mutter mit vier Kindern bekam nach über eineinhalb Jahren Kirchenasyl ein Bleiberecht. Der Fall erregte damals bundesweit Aufsehen, weil er als Präzedenzfall für den Umgang mit ehemaligen Bürgerkriegsflüchtlingen galt.

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Nach fünf Jahren konnte nun Vlasta Idic (44) aufgrund neuer EU-Visa-Vorschriften zum ersten Mal seine Familie besuchen, allerdings nur für 90 Tage. Ein dauerhaftes Aufenthaltsrecht will ihm die Deutsche Botschaft in Belgrad nicht erteilen. Oliver Ongaro von "stay": "Der Fall wird von den zuständigen Behörden hin und her geschoben."

So bleibt Vlasta Idic derzeit nur, alle drei Monate als Tourist nach Deutschland einzureisen. Damit sind jeweils erhebliche Kosten verbunden. Oder aber das Bundesverfassungsgericht, das sein Anwalt jetzt anrufen will, entscheidet doch noch für eine Daueraufenthaltsgenehmigung des Familienvaters. Ongaro: "Der Fall Idic ist beschämend für unsere Gesellschaft."

(RP)