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Familieninstitut von Heike vom Heede in Düsseldorf

Familieninstitut in Düsseldorf : Anker und Ansprechpartner in allen Lebenslagen

Seit mehr als 20 Jahren berät Heike vom Heede in ihrem Familieninstitut Eltern mit Kindern. Paaren rät sie, am Wochenende auch mal etwas zu zweit zu unternehmen.

Anton sieht den Schreibblock und den darauf liegenden Kugelschreiber. Beides zieht ihn magisch an. Milla guckt aus großen himmelblauen Augen nur zu, wie Anton das erste Blatt zu greifen versucht. Für seine acht Monate ist er rasch unterwegs, Mutter Nora aber ist schneller. Mit flottem Griff und einem sanften Schubs bugsiert sie ihn wieder in die Mitte der Krabbelrunde. Es ist ein früher Morgen im Familieninstitut von Heike vom Heede. Im ersten Stock haben sich vier Mütter und ihr robbender Anhang zu einem Kurs getroffen, auf Socken. „Baby-Gymnastik“ heißt er, aber es wird auch gesungen und geredet. Neben Anton und Milla ist noch Vinz dabei, Marie kommt später hinzu, sie macht erst noch ein Nickerchen. Kursleiterin ist Claudia Bothe. Sie stimmt nicht nur die Lieder an, sondern hört zu, fragt, wie die Woche war, ob es etwas zu besprechen gibt.

Am Schwanenmarkt 4 in der Carlstadt ist das Familieninstitut seit einigen Monaten angesiedelt. Mit der neuen Adresse ist Gründerin und Pädagogin Heike vom Heede sehr zufrieden, helle Räume, Platz genug und nicht weiter weg als zuvor. Das private Institut berät in allen Fragen der Familienplanung, vor und nach der Geburt, von der Wahl der Klinik bis hin zur ersten Beikost und, bei Bedarf, gerne auch viele Jahre danach. Denn Heike vom Heede sieht sich als Ansprechpartnerin in allen Lebenslagen, sieht ihr Institut als Erweiterung und Ergänzung zu anderen Angeboten. Von der werdenden Familie werde oft ein rosarotes, ein idealisiertes Bild gezeichnet, sagt vom Heede. Und dies auch zu Recht, denn selbstredend sei es toll, eine Familie zu sein, meint die Mutter zweier Söhne. Aber eine Herausforderung sei es eben auch, mitunter eine Belastung. Darüber sollte man reden. Vom Heede hat aber stets einen Grundoptimismus: „Das wuppen wir schon.“

Ein verlässlicher Anker, das ist für die Mütter der Baby-Gymnastik-Runde das Institut. So beschreibt es jedenfalls Nike Menzel. Sie ist mit Sohn Vinz da. Wie bei allen Müttern an diesem Morgen ist auch Vinz das zweite Kind. Und dennoch gebe es immer noch Fragen und zuweilen auch immer noch kleine Unsicherheiten. Trotz der einschlägigen Vorerfahrung mit der täglichen Dreifach-Herausforderung: Essen, Schlafen, Kinderkrankheiten. Jedes Kind sei eben anders, sagt Claudia Bothe. Und falls es Probleme gebe, lautet ihr erster Ratschlag: „Immer sagen, dass alles bestens ist“, zumindest gegenüber Dritten oder Zufallsbekanntschaften wie beim Einkauf. Denn vermeintliche Tipps gebe es von allen Seiten, oft auch ungefragt an der Ladentheke. Bei Kindern, meint Claudia Bothe, wüsste stets jeder, wie es zu laufen hat. „Es ist doch so, die Verkäuferin im Metzgerladen kennt sich mit Fleisch aus – und ich mit Babys.“ Daher sollte man sie fragen oder jemandem anderen aus dem Team.

Heike vom Heede macht den Job lange, an die 30 Jahre, schätzt sie. Seit 20 Jahren gibt es ihr Institut. Sie kennt alle Facetten des Familienlebens, die sonnigen, aber auch die dunkleren. Und Heike vom Heede spielt damit zunächst gar nicht auf die wirklichen Schicksalsfälle an. Auch die habe es schon gegeben, wie den überraschenden Tod eines Vaters. Auch dann sei ihr Institut ein Rückhalt. Oder gerade dann. Aber vom Heede meint eigentlich die weniger dramatischen Fallstricke, in die sich junge Paare, die sich plötzlich als Familie wiedersehen, verheddern. „Schnell kann mit einem Kind  – oder eben mit Kindern – das Paar-Sein auf der Strecke bleiben“, sagt vom Heede, die nicht nur Familien- , sondern ebenso Paar-Beratung anbietet. Hier zu helfen, Ratschläge zu geben, um Streit und mögliche Trennungen abzuwenden, sei eben auch Aufgabe ihres Instituts. Und vom Heede hat gleich handfeste Tipps parat. Einer lautet so: „Nicht die ganze Wohnung, nicht das ganze Haus gleich zum Spielzimmer machen.“ Das überfordere alle. Fürs Kind sei es einfach zu viel Spielraum, und die Eltern haben so gar nichts mehr für sich, sind dann nur noch Mama und Papa.

„Mütter, sicher auch die Väter, sollten weiter ihren eigenen, persönlichen Bereich haben.“ Und am Wochenende sollten sie auch mal wieder alleine ausgehen, also die Eltern gemeinsam ohne den Nachwuchs, wieder als Mann und Frau. Und weil Heike vom Heede weiß, was häufig kommt, wenn sie dazu rät, fügt sie mitunter hinzu: „Und machen Sie sich keine Sorgen, Sie sind dann auf keinen Fall gleich Rabeneltern.“