Düsseldorf: Familien planen Wohnungen gemeinsam

Düsseldorf: Familien planen Wohnungen gemeinsam

Die Stadt hilft Bürgern, die neue Wohnformen verwirklichen möchten, und stellt ihr Angebot am Sonntag in der Volkshochschule vor. Mit dabei ist auch der Verein "Wohnen mit Kindern", der für sein Bauprojekt Mitstreiter sucht.

Das Wohnen in der Stadt wird für Familien immer schwieriger. Die Mieten und Kaufpreise für Immobilien steigen, größere Wohnungen mit vier bis fünf Zimmern sind für viele kaum bezahlbar. Und dennoch gibt es auch in Düsseldorf Beispiele dafür, wie Familien, aber auch Einzelpersonen und Paare sich ihren Traum vom Wohnen in der Stadt auf neuen Wegen verwirklichen.

Rosemary Vicioso und ihr Mann Daniel Hammes sind im Mai in eine Eigentumswohnung Am Quellenbusch eingezogen, die sie mit dem Verein "Wohnen mit Kindern" gemeinsam geplant haben. Das Mehrfamilienhaus ist ein Passivhaus mit Solarthermie und Photovoltaik. Erschwinglich wurde das Bauprojekt durch Förderungen von Stadt und Land.

Dazu nötig war aber auch eine gehörige Portion Eigenarbeit: Ein Ingenieur aus dem Verein verfasste das Energiekonzept. Und auch in anderen Bereichen ist der persönliche Einsatz gefragt. Daniel Hammes beispielsweise trat als Betriebswirtschaftler in den Kreis der Bevollmächtigten ein und kümmert sich um die Finanzen. "Das, was man spart, investiert man in Zeit", erklärt Miriam ten Busch, die ebenfalls im Verein aktiv ist.

Derzeit plant der Verein gerade sein drittes Wohnprojekt, wkm3, neben den Häusern Am Quellenbusch, für das noch Miteigentümer gesucht werden. Willkommen sind nicht nur Familien, sondern auch ältere Menschen sowie Einzelpersonen und Paare ohne Kinder. "Die Mischung macht's", sagt Miriam ten Busch.

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Die Wohnungen für wmk3 sind grob zwischen 70 und 180 Quadratmeter vorgeplant, aber auch 30 Quadratmeter wären machbar. Der Preis ist mit 2400 Euro pro Quadratmeter für Düsseldorfer Verhältnisse vergleichsweise günstig. Wer jedoch allein an einer preiswerten Wohnung und nicht an einem Wohnen in Gemeinschaft Interesse hat, der ist bei der Baugruppe an der falschen Adresse. Für Treffen und Aktionen wie Kochen, Spielen oder Fußballschauen gibt es einen großen Gemeinschaftsraum. Alle zwei Wochen trifft sich die Gruppe mittwochsabends, um die Pläne zu entwickeln und Organisatorisches zu klären. Außerdem gibt es Workshops zu Themen wie Architektur, Gemeinschaftsleben und Finanzfragen. "Wer weniger als die Hälfte der Veranstaltungen besuchen kann, für den ist das Projekt nicht zu empfehlen. Schließlich werden dort auch Entscheidungen gefällt", sagt Martine Richli, die Vorsitzende des Vereins.

Neben "Wohnen mit Kindern" gibt es eine Reihe anderer Initiativen in der Stadt. Zwischen 2009 und 2013 sind in Düsseldorf fünf derartige Bauprojekte verwirklicht worden, und das Interesse steigt. Aus diesem Grund hat das Amt für Wohnungswesen eine Servicestelle "Neue Wohnformen" eingerichtet. Sie stellt sich am Sonntag in der Volkshochschule vor, ebenso wie "Wohnen mit Kindern" und andere Gruppen und Initiativen.

Gemeinschaftliches Wohnen mit allen Generationen ist die Lebensweise, wie Rosemary Vicioso sie aus ihrer Heimat, der Dominikanischen Republik, kennt. Was hierzulande erst wieder geplant werden muss, entsteht dort noch natürlich.

(RP)
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