Löschtrupp muss letzte Meter laufen: Falschparker behindern Feuerwehr

Löschtrupp muss letzte Meter laufen: Falschparker behindern Feuerwehr

Feueralarm am Samstag in Pempelfort: In einer Wohnung an der Mozartstraße hat ein Heimrauchmelder ausgelöst, Nachbarn haben die Feuerwehr alarmiert. Trotz der vorbildlichen Alarmierungskette dauert es lange, bis die Rettung eintrifft; Falschparker haben die Feuerwehr unterwegs ausgebremst.

Das Problem hat die Feuerwehr fast täglich: Zweite-Reihe-Parker oder solche, die an Kreuzungen und Einmündungen den vorgeschriebenen Abstand ignorieren. In den engen Straßen des Pempelforter Wohnquartiers zwischen Duisburger und Kaiserstraße aber waren es diesmal gleich vier Fahrzeuge, die das Abbiegen mit den großen Fahrzeugen schwer und mit der Drehleiter nahezu unmöglich machten. In Millimeterarbeit lotsten Feuerwehrleute, die eigentlich Wichtigeres zu tun hatten, ihre Kollegen vorbei, forderten parallel dazu die Polizei an, damit die die Falschparker ausfindig machen oder deren Wagen wegschleppen lassen konnte.

Unterdessen rannten einige Feuerwehrleute zu Fuß zur Erkundung des Einsatzorts. Glück für die Falschparker: Hätte tatsächlich die Wohnung in Flammen gestanden, wären Menschen in Gefahr gewesen, dann hätte die Feuerwehr keine Rücksicht mehr auf Lack und Blech genommen. Tatsächlich war der Rauchmelder defekt. "Aber wer kann das vorher wissen?", sagte ein Feuerwehr-Sprecher.

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Regelmäßig macht die Feuerwehr Kontrollfahrten mit ihren Großfahrzeugen, auch um Anwohnern zu zeigen, wie viel Platz eine Drehleiter, aber auch ein Rettungswagen braucht, den man nicht in eine kleine Lücke zwängen kann.

In Oberbilk kamen vor Jahren Rettungssanitäter wegen Falschparkern zu spät zu einem Patienten. Die Autofahrer wurden der fahrlässigen Tötung angeklagt, aber nicht verurteilt: Ein Gutachter hatte nachgewiesen, dass dem Herzkranken auch bei schnellerem Eintreffen der Feuerwehr nicht zu helfen gewesen wäre.

(sg)