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Kommentar: Falsches Signal vom Rechtsstaat

Kommentar : Falsches Signal vom Rechtsstaat

Mit so viel deutlicher Kritik hätte die Richterin auch ein härteres Urteil begründen können – der Strafrahmen lässt das bei Besitz und vor allem Handel mit Kinderpornografie durchaus zu.

Andererseits ist der schweigende Angeklagte auch zum ersten Mal vor Gericht gewesen, war ein juristisch unbescholtener Bürger, bis die verwerflichen Bilder vom Kindesmissbrauch bei ihm gefunden wurden. Da darf der demokratische Rechtsstaat nicht die gleichen Geschütze auffahren wie bei einem Wiederholungstäter. Und deshalb müssen wir – da ein besseres Rechtssystem als das unsere nun einmal nicht existiert – akzeptieren, dass beim widerlichen Geschäft mit Kinderpornografie die Grundsätze dieses Systems zu gelten haben.

Dass der alte Mann aber den Gewinn, den er aus dem schmutzigen Handel zog, nicht zurückgeben muss, ist – karge Rente hin oder her – das falsche Signal. Profite aus Straftaten sind nicht zulässig. Stefani Geilhausen

(RP)