Kommentar zu fehlenden Musikschulplätzen: Falsches Signal für Familien in Düsseldorf

Kommentar zu fehlenden Musikschulplätzen: Falsches Signal für Familien in Düsseldorf

Das Dilemma der Stadt ist offensichtlich. Irgendwo muss sie sparen, weil sie nicht auf Dauer mehr ausgeben kann, als sie einnimmt. Doch immer dann, wenn Vorschläge konkret werden, regt sich Widerstand.

Tatsächlich wird im Falle der Musikschule an der falschen Stelle gespart.

Mehrheiten gab es weder für die Wiedereinführung der Kita-Beiträge für über Dreijährige noch für eine zweite Erhöhung der Musikschulgebühren. Klingt erst mal nach St. Florian. Sparen? Ja, aber bitte nicht bei mir.

Und doch haben die Kritiker aus Politik und Elternschaft im Fall der Musikschule mit ihren Einwänden recht. Das Rathaus ist stolz darauf, dass Düsseldorf als familienfreundliche Kommune zertifiziert wurde. Doch ist es familienfreundlich, wenn Kinder drei oder mehr Jahre auf einen Platz warten müssen, weil Lehrer-Stellen nicht wiederbesetzt werden? Ist es familienfreundlich oder nicht doch eher dreist, gleich zwei Mal hintereinander an der Gebührenschraube drehen zu wollen? Und wie will man vertreten, dass die Mehr-Einnahmen der Musikschule offenbar nicht dabei helfen, ihr hervorragendes Angebot wenigstens aufrechtzuerhalten?

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Wie hatte die Rathaus-Spitze einst versprochen: Das Sparprojekt 2020 werde nicht zulasten der Bürger gehen. Doch genau danach sieht es im Fall der städtischen Musikschule aus.

joerg.janssen@rheinische-post.de

(jj)
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