1. NRW
  2. Städte
  3. Düsseldorf

Düsseldorf: Fall Achenbach: Nächste Haftprüfung im Dezember

Düsseldorf : Fall Achenbach: Nächste Haftprüfung im Dezember

Die Ermittlungen gegen den Düsseldorfer Kunstberater Helge Achenbach dauern an. Gründlichkeit vor Schnelligkeit, heißt es bei der Staatsanwaltschaft Essen, die wegen Betrugsverdacht gegen den 62-Jährigen dessen Geschäfte insbesondere mit dem verstorbenen Aldi-Unternehmer Berthold Albrecht untersucht.

Vor zwei Wochen war eine Haftbeschwerde Achenbachs beim Landgericht Essen gescheitert. Das Gericht gehe weiter von einem dringenden Tatverdacht und zugleich von Flucht- und Verdunkelungsgefahr aus, hieß es zur Begründung. Nun wird erst im Dezember erneut geprüft, ob Helge Achenbach weiter in U-Haft bleiben muss. Er war am 10. Juni verhaftet worden.

Bis zum Ablauf der sechs Monate, nach der die Strafprozessordnung die Haftprüfung von Amts wegen vorschreibt, hofft die Staatsanwaltschaft Essen, bereits Anklage gegen Achenbach erhoben zu haben. Auf einen konkreteren Zeitplan mochte sich die Sprecherin der Behörde, Oberstaatsanwältin Anette Milk, nicht festlegen. Bisher wird Achenbach vorgeworfen, Berthold Albrecht Kunstwerke und Oldtimer mit verdeckten Preisaufschlägen und gefälschten Rechnungen verkauft zu haben. So seien unter anderem aus Dollar Euro gemacht und die Rechnungen so nach oben manipuliert worden. Insider gehen von einer Schadenssumme von rund 60 Millionen Euro aus. Ein weiterer Achenbach-Kunde, der sich betrogen fühlte, seinen Schaden aber von dem Berater ersetzt bekam, wurde ebenfalls von der Staatsanwaltschaft befragt.

Achenbach bestreitet die Vorwürfe und beruft sich auf persönliche Absprachen mit Albrecht. Dessen Witwe Babette hatte mit einer Strafanzeige das Ermittlungsverfahren ins Rollen gebracht. Von ihr soll auch eine Zivilklage gegen Achenbach eingereicht worden sein, in der sie 19,3 Millionen Euro Schadenersatz verlangt. Diese Klage liege Achenbach bisher noch nicht vor, teilte ein Sprecher des Kunstberaters auf Anfrage mit.

(sg)