Falk & Sons Abschiedskonzert: Die Boyband aus Düsseldorf-Urdenbach

Letztes Konzert von Falk & Sons : Die Boyband aus Düsseldorf-Urdenbach

Am Mittwoch gehen Falk & Sons nach zehn Jahren zum letzten Mal gemeinsam auf die Bühne im Savoy. Wir haben das Trio vorab besucht.

Größter Satz, der an diesem Mittag in der Casa Falk gesprochen wird: „Musik ist ein super Ausgleich zur Medizin.“ Max sagt ihn, der an der Heine-Uni studiert und bald Arzt wird. Aber Max ist eben nicht bloß Student im elften Semester, sondern auch Schlagzeuger und einer der beiden Söhne im Trio, das er mit Bruder Paul und Vater Dieter betreibt: Falk & Sons.

Seit zehn Jahren gibt es die Familien-Band, aber jetzt ist Schluss, denn heute Abend geben sie im Savoy ihr letztes gemeinsames Konzert. „Schon traurig“, sagt Dieter Falk (59), der ohnehin etwas wehmütig gestimmt ist. Das Trio hat die Kindheit der Jungs verlängert, könnte man sagen, aber Max ist inzwischen 24 und Paul 21, beide erwachsen also, und nun gehen sie endgültig eigene Wege. „Es war fast ekelhaft harmonisch zwischen uns“, sagt der Ältere mit einem Augenzwinkern. Und der Jüngere findet, dass es auch etwas Befreiendes habe, auf eigenen Füßen zu stehen.

Wobei man sagen muss, dass das Elternhaus in Urdenbach ganz offensichtlich der Ort bleiben wird, an dem sie oft zusammenkommen – obwohl sich Paul und Max eine gemeinsame Wohnung in der Düsseldorfer Innenstadt genommen haben.

Im väterlichen Keller ist das Studio eingerichtet, Keyboards, Mischpulte und Computer stehen da, und an den Wänden hängen Goldene Schallplatten, die der Pop-Produzent Dieter Falk für „Abenteuerland“ von Pur bekommen hat, für „Kribbeln im Bauch“ von Pe Werner und die Kinderlieder-CDs von Detlev Jöcker. Seit 2006 kennt man ihn zudem aus dem Fernsehen, damals gehörte er zur Jury der Sendung „Popstars“, aus der die Mädchenband Monrose hervorging. Dieter Falk ist Promi. Und Familienmensch. Von oben ruft seine Frau, eine Grundschullehrerin, dass sie nun gehe. „Bis später!“

Dieter Falk spricht mit seinen Söhnen über den langweiligen deutschen Pop im Formatradio und aktuelle Platten internationaler Künstler, von Coldplay zum Beispiel, eine Band, die alle gleichermaßen gut finden: Riesengruppe, klar, aber auf dem neuen Live-Album seien doch auch einige auffallend schwache Nummern. Kurze Frage: Wird Musikalität eigentlich vererbt?

Definitiv: Max gründete an der Uni einen Mediziner-Chor, 140 Mitglieder hat der, bei dem Wettbewerb „Der beste Chor im Westen“ kamen sie ins Halbfinale, und manchmal singt auch Paul mit, weil: „Es ist gut, so viele Ärzte zu kennen, falls man mal Sodbrennen hat.“ Max wird übrigens mit dem Vater weitermusizieren, sie machen künftig Jazz, gemeinsam mit dem Bassisten Christoph Terbuyken

Paul hat hingegen Hummeln im Hintern, wie man so sagt. Er lebt bereits jetzt ein Drittel des Jahres in Berlin. Als Falk & Sons vor sieben Jahren das Album „Celebrate Bach“ veröffentlichten, plante er noch eine Schauspiel-Karriere. Sie brachte ihn bis in den Kölner „Tatort“, aber die Zusammenarbeit mit einigen Regisseuren habe ihn desillusioniert, sagt er. Es sei oft nicht so harmonisch zugegangen, wie er das aus der Zusammenarbeit mit dem Vater gewohnt gewesen sei.

Deshalb sattelte er komplett auf die Musik um, schreibt viel und produziert, und zu Beginn des neuen Jahres wird die Sängerin Revelle ein Lied von ihm veröffentlichen. „Nach Mitternacht“ heißt es. Genre: „Großstadt-Pop“, sagt Paul. Er spricht auch schon dieses herrliche Mucker-Deutsch; da wird dann im Studio an Musik „geschraubt“.

Paul wird mit einem kleinen Solo-Set heute Abend zu hören sein, und von ihm geht auch das neue Arrangement einiger Weihnachtslieder aus, die die Falk’sche Boyband aufführen wird: „O Du Fröhliche“ etwa haben sie ein Disco-Gewand übergezogen. Unterm Weihnachtsbaum dieser Familie darf getanzt werden. Und: Paul hat eine Nummer für Helene Fischer geschrieben. Die weiß davon zwar noch nichts, aber er würde sie ihr gerne anbieten; ein „Hochzeitslied“ sei das, das habe sie nämlich noch nicht im Repertoire.

Ganz ehrlich: War es nicht gerade in der Pubertät total schlimm, mit dem Vater in Kirchen auf der Bühne zu stehen und Bach zu verpoppen? Max schmunzelt. „In der Pubertät war es vielleicht schwierig.“ Er zögert. Aber? „Als Vater ist Papa erstaunlich cool.“ Und als Bandkollege? „Hektisch.“ Sie sehen einander an, großes Einverständnis. Gute Gang, denkt man. „Sie sind Persönlichkeiten geworden“, sagt Dieter Falk mit einem kaum hörbaren Seufzen über seine Söhne, und dass das stimmt, unterstreichen sie, indem sie sich selbst als „erwachsener und meinungsstärker“ im Vergleich zu damals bezeichnen.

Sie werden nicht auseinandergehen, dafür ist die Verbindung zwischen den Dreien zu stark, denkt man beim Rausgehen. Dieter Falk erzählt denn zum Abschied auch, dass es 2020 ein Weihnachtsmusical namens „Bethlehem“ von ihm geben werde. „Paul hat daran mitgeschrieben.“ Und einen Chor wird es darin sicher auch geben.