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Fahrschulen demonstrieren in Düsseldorf gegen den Tüv

Protest in Düsseldorf : Fahrschulen demonstrieren gegen den Tüv

Der Stau bei den Prüfungen führt zu wirtschaftlichen Schäden bei den Fahrschulen, aber auch die Prüflinge müssen mit zusätzlichen Kosten rechnen. Der Tüv sieht die Probleme durch Corona verursacht, das glauben aber manche Fahrlehrer nicht.

Wer zurzeit in Düsseldorf eine Fahrprüfung ablegen will, muss sich in vielen Fällen in Geduld üben. Der Tüv Rheinland schafft es längst nicht, alle angemeldeten Termine zu bestätigen. Viele Fahrschulen wollen das nicht länger hinnehmen, am Montag wollen sie sich mit mehreren hundert Fahrzeugen auf dem Messeparkplatz 2 zu einer Demonstration treffen, anschließend wollen sie vor dem Landtag auf ihre Probleme aufmerksam machen. Eine Sternfahrt hat die Polizei allerdings untersagt.

Mit dabei sein will Marcel Korte, der in Eller zwölf Fahrlehrer beschäftigt. Er spricht von einem „großen wirtschaftlichen Schaden“, den er und seine Kollegen  verkraften müssten. So habe er für die nächsten zwei Wochen 80 Prüfungen angemeldet, es seien aber nur zehn bestätigt worden. Bei einer Summe von 130 Euro pro Prüfung könne das entstehende Minus leicht ausgerechnet werden.

„Auch für die Prüflinge ist das ein Problem, denn für sie entstehen zusätzliche Kosten.“ Wenn sie mehrere Wochen auf einen Termin warten müssten, seien kurz davor zur Auffrischung zusätzliche Stunden nötig. Und auch bei den theoretischen Prüfungen gebe es mittlerweile lange Wartezeiten. Da aus Gründen des Infektionsschutzes deutlich weniger Personen gleichzeitig in dem Raum beim Tüv sitzen dürften, müssten seine Kunden zum Teil einen Monat warten, bis sie endlich an der Reihe sind.

Besondere Folgen hat dieser Stau für Fahrschulen, die auf große Fahrzeuge wie Busse und Lkw spezialisiert sind. Hier können zum Teil die enggetakteten Ausbildungsabläufe nicht mehr eingehalten werden.

Der Tüv hatte die Probleme bereits in einer Pressemitteilung bestätigt und von „Engpässen“ bei der Durchführung von Führerscheinprüfungen gesprochen. Wartezeiten seien unvermeidlich, da zahlreiche Fahrschüler in der coronabedingten Pause keine Prüfungen ablegen konnten und diese nun nachholen wollen. Und für die theoretischen Prüfungen könnten aufgrund der vorgeschriebenen Abstandsregeln deutlich weniger Plätze angeboten werden. „Die Situation ist für alle Beteiligten – Fahrschüler ebenso wie Fahrschulen und Tüv Rheinland – unbefriedigend“, hieß es.

Korte sieht den Grund für die Probleme allerdings nicht nur in der Pandemie. Er verweist darauf, dass es Prüfungstaus in den vergangenen Jahren immer mal wieder gegeben habe. „Es gibt einfach zu wenig Prüfer.“ Der Monopolist Tüv könne seinen vom Land erteilten Auftrag nicht erfüllen, sodass er reagieren müsse. „Jetzt müssen Konsequenzen gezogen werden.“ Er fordert wie auch die anderen Teilnehmer an der Demo, dass wie in Berlin auch die Dekra neben dem Tüv die Erlaubnis zum Prüfen bekommen soll.