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Fahrradwerkstätten in Düsseldorf: Großer Andrang

Düsseldorf : Großer Andrang auf Fahrradwerkstätten

Zur Arbeit, zum Einkaufen, durch die Natur - viele steigen dafür aufs Fahrrad. Aber was tun, wenn der Drahtesel mal kaputt ist? In den Werkstätten ist der Andrang groß. Mehrere Wochen Wartezeit sind normal. Es fehlen Fachkräfte.

Erik Lindler bringt einen wichtigen Aspekt seines Geschäfts auf den Punkt: "Wir möchten den Kunden mobil halten", sagt der stellvertretende Geschäftsführer im Fahrradfachhandel Lucky Bike an der Aachener Straße. Auf zwei Etagen bietet Lucky Bike Räder, Zubehör und Helme an und hat dort eine große Werkstatt. In dieser herrscht zurzeit viel Trubel. Neue Fahrräder wieder fit für den Gebrauch machen, Inspektionen vornehmen, ausgeleierte Ketten gegen neue tauschen - die Fachleute haben alle Hände voll zu tun. Solche zeitintensiveren Arbeiten kann Lucky Bike meist nur bei vorheriger Terminvergabe leisten. Eine Inspektion etwa muss drei Wochen im Voraus angemeldet werden, sagt Lindler, denn: "Bei Inspektionen entdecken wir oft unvorhergesehene Schwachstellen am Rad. Diese zu beheben, das geht nicht mal eben zwischendurch." Ein Fahrrad brauche mit Blick auf die Sicherheit viel Aufmerksamkeit. Kunden, die zwischendurch ihr Rad mit einem platten Reifen bringen, brauchen etwas Glück. "Wir würden es gern sofort erledigen, das aber klappt oft nicht."

Ähnlich sieht es bei "Baboon Bikes" an der Eulerstraße aus. "In unserer Service-Werkstatt beheben wir kleinere Schäden an Verschleißteilen", sagt Tino Marjanovic, Chef bei Baboon Bikes. Mal "eben schnell" geht das aber zurzeit nicht. Etwa eine Woche müssen die Kunden warten. Für die Erledigung umfangreicherer Arbeiten sollte der Kunde zwei Wochen oder mehr einplanen. "Bei unseren Kunden steht der Sport im Vordergrund", sagt Marjanovic. Radfahren gelte als "cool", für ein gutes Rad investieren manche Liebhaber sogar bis zu 20 000 Euro. "Räder dieser Preislage setzen auf den Haben-Will-Effekt", sagt der Fachmann. "Für viele hart arbeitende Menschen ist es eine Form der Selbstbelohnung."

Fast vollständig auf den Verkauf von Fahrrädern verzichtet die Firma "Bicyle Doctor" an der Derendorfer Straße. Das große Geschäft machen die Inhaber Christoph Erasmi und Andreas Brossmann mit Reparaturen und dem Verkauf von Zubehör. Zu den häufigsten Arbeiten zählen zurzeit Schlauchwechsel. "Das erledigen wir in ein oder zwei Tagen", sagt Erasmi. Der Austausch von Tretlagern sowie Inspektionen ginge aber nicht ohne Termin. "Das ist im Sommer ganz normal." Vor sechs Jahren eröffneten Erasmi und Brossmann ihr Geschäft auf 55 Quadratmetern. Inzwischen sind sie zwei Mal umgezogen und arbeiten auf 300 Quadratmetern. Was fehlt, seien Fachkräfte, sagen sie. "Gute Zweiradmechaniker und Fahrradmonteure könnten wir noch brauchen." Auch Jörg Pestka würde noch Monteure einstellen. Er führt das "Zweiradhaus Eller XXXL" in der dritten Generation und habe das Geschäft "von der Pike auf gelernt", sagt er. Geschäft und Nachfrage seien gut im Vergleich zum vergangenen Jahr, so dass jetzt während der Hochsaison mit Wartezeit zu rechnen ist - je nach Art der Reparatur. Termine kann ein Kunde selbst online vereinbaren, muss aber je nach Fall dennoch mit einer Wartezeit zwischen zwei Tagen und zwei Wochen rechnen. Um der hohen Nachfrage mit einer möglichst zuverlässigen Qualität zu begegnen, bildet das "Zweiradhaus Eller XXXL" selbst Fachkräfte aus. Nachwuchs gebe es aber nicht genug, sagt Pestka. "Zurzeit haben wir zwei freie Ausbildungsplätze."

(RP)