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Facebook Gruppe Nett-Werk Düsseldorf gehackt

Nett-Werk Düsseldorf und andere : Beliebte Facebook-Gruppen gehackt – Nett-Werke pausieren vorerst

Vermutlich bereits am Mittwoch vergangener Woche wurden der Gründer und die Admins der Facebook-Gruppen gehackt – und damit waren die mehrere Hunderttausend Mitglieder zählenden Nett-Werke für verschiedene Städte ohne Leitung.

Phil Daub, der Gründer, Esther Lorenz und Kirsten Olsen sind Administratoren der Nett-Werk Gruppen in NRW und ganz Deutschland. Allerdings wurden ihre privaten Profile in der vergangenen Woche gehackt – und damit hatten die Unbekannten zudem auch die Gruppenadmin-Rechte geändert. Daub, Lorenz und Olsen hatten damit plötzlich keinen Zugriff mehr auf ihre eigenen Profile und auf die Facebook-Gruppen mit Hunderttausenden Mitgliedern. Stattdessen wurde für Düsseldorf die Seite „Crazy man“ als neuer Admin aufgeführt.

Für die Nutzer hatte sich das kaum bemerkbar gemacht, allerdings war die Gruppe nun nicht mehr privat – jeder konnte auch ohne Mitglied zu sein, jetzt dort posten, Mitglied werden und alles, was gepostet wurde, war für die Öffentlichkeit einsehbar. Normalerweise ist gibt es für die Admins hier schon die Möglichkeit, neue Mitglieder auszusieben und Fake-Profile gar nicht erst in die Gruppen hineinzulassen.

„Wir hatten das Glück, dass Kerstin ihr Profil weiterhin aufrufen konnte und über eine Admin-Gruppe mit Facebook Kontakt aufnehmen konnte. Dennoch hat es lange gedauert, bis sich überhaupt mal etwas bewegt hat“, erzählt Phil Daub am Telefon. Seit Sonntag sind ihre privaten Profile wieder freigeschaltet und nach und nach erhalten sie so auch die Kontrolle über die Gruppen wieder zurück. Im Nett-Werk Düsseldorf konnte so erst im Laufe des Montagnachmittags „Crazy Man“ als Admin entfernt und die richtigen Administratoren wieder eingesetzet werden.

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 Auch Köln, Solingen oder Wuppertal sind wieder in der Hand des Gründers und der Admins. Die Gruppen für viele Städte, etwa Troisdorf, Leverkusen, Bielefeld, Aachen oder Duisburg und inzwischen auch Düsseldorf wurden von den Administratoren pausiert. Damit können keine neuen Mitglieder mehr hinein und auch Posts sind fürs erste nicht möglich. „Wir wollen damit wieder etwas Ruhe reinbekommen und uns die Situation genau anschauen“, sagt Daub. Es seien einige neue Mitglieder dazugestoßen, diese und andere mögliche Fake-Profile wolle man jetzt zunächst einmal unter die Lupe nehmen.

Den Kölner ärgert vor allem, dass Facebook hier keine Möglichkeit für solche Notfälle hat. „Nur mit aktivem Profil kann man Nutzer, Seiten oder Probleme melden – wenn das deaktiviert ist, ist man aber aufgeschmissen“, so Daub. Vor allem haben alle die höchstmögliche Sicherheit eingehalten, keiner habe auf verdächtige Links geklickt. „Unsere Profile waren doppelt gesichert mit Facebook Protect und Zwei-Stufen-Authentifizierung und trotzdem konnten wir gehackt werden.“ Daher vermutet der Gruppengründer eine größere Sicherheitslücke im System von Facebook. Ihn ärgert es, dass diese Problematik über fünf Tage lang bestand und nicht schneller gelöst werden konnte.

Inzwischen sei der Vorfall bei der Polizei zur Anzeige gebracht worden. Ob dies zu einem Ergebnis führen werde, bezweifelt Daub allerdings. „Wir wissen immer noch nicht, in welchem Maß, wie und vor allem mit welcher Absicht die Seiten übernommen wurden“, meint er weiter. Wahrscheinlich sei es, dass die unbekannten Täter es auf die Daten abgesehen hätten, um diese weiterzuverkaufen. Denn abgesehen davon und dass einige Gruppen für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden, ist nichts passiert. „Die Hacker hätten ja auch einfach über unsere Profile irgendwas anstellen können“, dies sei jedoch nicht geschehen. Dennoch wolle man zunächst auf Nummer sicher gehen – weswegen Phil Daub und seine beiden Mitstreiterinnen weiterhin auf Rückmeldung des Internet-Konzerns warten.

Daher schreibt der Gründer in der Kölner Gruppe: „Ihr braucht aber auch jetzt nicht mehr aus der Gruppe auszutreten, weil, wenn da Daten abgefischt wurden, dann ist das schon längst passiert.“ Stattdessen raten die Betreiber, gegebenenfalls das eigene Passwort zu ändern und die Zwei-Stufen-Authentifizierung einzurichten.

Nett-Werke gibt es in vielen Städten, neben der Gründungsstadt Köln inzwischen auch in Düsseldorf, vielen weiteren NRW-Städten, Hamburg oder Berlin. Hunderttausende können sich hier in einer geschlossenen Gruppe austauschen, von Gesuchen nach Wohnungen, Ärzten, Möbeln oder Öffnungszeiten über Angebote, Hinweise auf gefundene oder vermisste Sachen oder manchmal einfach nur ein paar netten Worten ist hier alles dabei, und in der Regel ist der Umgang untereinander so, wie der Titel es bereits verspricht – nett. Damit das so bleibt, gibt es Administratoren, die sich darum kümmern, dass Hasskommentare gesperrt werden, die Verursacher abgemahnt oder rausgeworfen werden und Fragen der Nutzer intern beantwortet werden können. Allein in Düsseldorf hat die Gruppe knapp 90.000 Mitglieder, in Köln sind es fast 200.000.