Experten sprechen sich für den Erhalt der Düsseldorfer Gaslaternen aus

Bürgerforum in Düsseldorf : Gaslicht-Fans trafen sich im Henkel-Saal

200 Menschen waren am Donnerstagabend bei einer Info-Veranstaltung der Initiative Düsseldorfer Gaslicht im Henkelsaal – die meisten von ihnen Gaslaternen-Fans. Die Experten auf der Bühne bestätigten sie in ihrer Meinung.

Die Pinnwand im hinteren Teil des Henkel-Saales hängt voller weißer Grußkarten. Gedruckt darauf: „Die Gaslaternen bedeuten für mich...“ Darunter haben Bürger handschriftlich den Satz ergänzt. „Ein Stück Heimat“, steht da, oder „1000 kleine Sonnen“. Diese und ähnlich Aufsteller zeigten am Donnerstag klar: Die Gruppe, die sich für den Erhalt der historischen Gaslaternen in Düsseldorf einsetzt, ist stark und entschlossen.

Gut 200 Menschen waren zur Infoveranstaltung in den Henkel-Saal gekommen. „Bisher wurden die Bürger im Entscheidungsprozess kaum berücksichtigt“, sagt Lutz Cleffmann von der Initiative Düsseldorfer Gaslicht. „Die Bevölkerung ist ganz klar für den Erhalt der Laternen, und wir sind heute hier, um die Argumentation der Gegner zu hinterfragen.“

Die Bühne gehörte zunächst Experten aus verschiedenen Fachrichtungen, die den Wert der historischen Beleuchtung betrachteten. Für großen Jubel im Saal sorgte vor allem der Vortrag des Aachener Marketingprofessors Hans-Willi Schroiff. Er stellte die Laternen als „Verkaufsargument für das Produkt Düsseldorf“ dar. „Sie erfüllen einen praktischen Nutzen, aber sie haben zugleich einen emotionalen Wert und positive Assoziationen. Alles, was sich jemals gut verkauft hat, hatte diese Eigenschaften“, erklärte der Professor.

Über Farbechtheit und Lumenpakete sprachen die beiden Lichtplaner Lin Pöpping und Daniel Walden. Sie stellten dar, warum das warme, weit strahlende Licht der Gaslaternen gegenüber dem kühleren, punktuellen Licht von LEDs für die Beleuchtung der Düsseldorfer Straßen ihrer Ansicht nach besser geeignet sei. „Vor allem muss das Licht zur Umgebung passen“, führte Pöpping aus. Daher sei die historische Gasbeleuchtung vor allem in alten Vierteln oder in einer Wohnumgebung richtig eingesetzt. Jurist Roman Ringwald, der 2015 bereits ein Gutachten über die Laternen verfasst hatte, erklärte den Bürgern, dass die bundesweit vorgeschriebene Umstellung auf einen anderen Gastyp eine Umrüstung der Zündanlagen, keineswegs jedoch die Abschaffung der Gaslaternen notwendig mache.

Im Anschluss an die Vorträge kamen auch die Bürger zu Wort. Sie berichteten von ihren Wohnerfahrungen und der Bedeutung der Laternen für die Stimmung, vor allem in den historischen Vierteln.

Stadtplanerin Cornelia Zuschke lobte das Engagement der Bürger und Initiativen. „Wir werden nicht alle zufrieden stellen können“, sagte die Stadtplanungsdezernentin zu den versammelten Laternen-Freunden. „Aber wir werden nicht nur die technischen Aspekte, sondern auch den emotionalen und historischen Wert der Gasleuchten berücksichtigen, wenn wir eine Entscheidung fällen.“

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