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Streit um Geld: Ex-Fortuna-Spieler steht unter Mordanklage

Streit um Geld : Ex-Fortuna-Spieler steht unter Mordanklage

Im Großraum Düsseldorf gehörte er im Amateur-Fußball lange Jahre zu den besten Mittelfeldspielern: Er trug in den 90er Jahren das Trikot der Fortuna-Amateure, später war er bei Turu Düsseldorf, beim VfR Neuss und beim TuS Grevenbroich aktiv.

Jetzt sitzt er wegen Mordverdachts in Baden-Württemberg in Untersuchungshaft.

Der 44-Jährige soll dort einen Sponsor und Mäzen seines letzten Vereins, dem VfL Hochdorf, mit einer Messingstatue erschlagen haben. Motiv war laut Staatsanwaltschaft ein Streit um Geld. Der Ex-Kicker schuldete dem späteren Opfer offenbar 100.000 Euro. "Wir haben Anklage gegen den Mann erhoben", erklärt Michael Allmendinger von der Staatsanwaltschaft Tübingen: "Nach unseren Ermittlungen gehen wir von einem Mord aus Habgier aus."

Der Fußballer hatte sich nach finanziellen Turbulenzen vor vier Jahren aus dem Rheinland verabschiedet und war in den Schwarzwald gezogen. Dort wurde der exzellente Kicker Trainer des Kreisligisten VfL Hochdorf. Fachlich war er dort unumstritten, schon bald soll es auch dort allerdings finanziellen Ärger gegeben haben — letztlich trennte sich der Klub von dem Grevenbroicher.

Sponsor und Mäzen Kurt S. hatte dem mehrfachen Familienvater laut Staatsanwaltschaft 100.000 Euro geliehen. Als er dieses Geld zurückforderte, soll ihn der im Sommer dieses Jahres mit einer Statue erschlagen haben. Die Leiche wurde im Haus des Opfers zurückgelassen, das Mercedes Cabriolet des Toten wurde einige Kilometer vom Tatort entfernt gefunden. Zunächst galt der wohlhabende Schwarzwälder als vermisst, er war mehrere Tage nicht gesehen worden. Dann fand die von S. getrennt lebende Ehefrau die Leiche. Nachdem das Auto entdeckt worden war, setzte die Polizei die nahezu 30-köpfige Sonderkommission "Cabrio" ein, die Ermittlungen führten zu dem Ex-Kicker.

Spätestens Anfang nächsten Jahres soll dem Grevenbroicher nun der Prozess gemacht werden. Bei einer Verurteilung wegen Mordes droht ihm eine lebenslange Haftstrafe.

(RP)