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Event-Bahnhof in Düsseldorf-Gerresheim vor dem Aus

Location in Düsseldorf : Der Gerresheimer Event-Bahnhof steht vor dem Aus

Dem Pächter Münchhausen Catering fehlen mehr als 50.000 Euro. Durch Corona blieben seit Mitte März sämtliche Einnahmen aus. Der Betreiber beteiligt sich am 22. Juni an der „Night of Light“, um Aufmerksamkeit zu schaffen.

Im Sommer 2017 hat das Catering-Unternehmen Münchhausen aus Derendorf den Gerresheimer Bahnhof übernommen. Nachdem es zu Beginn Streit mit dem Vorpächter gab – Jason Ro hatte darauf gepocht, weiterhin für die künstlerischen Veranstaltungen verantwortlich zu sein – kehrte ein Jahr später mit dem Rückzug des Vereins Ruhe ein. Aus dem Kultur- wurde vor allem ein Event-Bahnhof, Hochzeitspartys oder Firmenfeiern standen fortan im Mittelpunkt. Dennoch war immer auch Platz für kulturelle Ausstellungen, für Konzerte, Theateraufführungen, Musicals, aber auch Bürgeranhörungen oder die SKFM-Kinder-Flüchtlingshilfe. 25.000 Menschen waren so allein in 2019 bei verschiedenen Veranstaltungen zu Gast in dem historischen Bahnhof.

Doch wie so viele gastronomisch ausgerichtete Betriebe hatte auch Münchhausen unter Corona stark zu leiden. Anfang des Jahres wollte Geschäftsführer Dietrich Ahrens parallel mit der Rennbahn-Gastronomie durchstarten, hatte viel in die Sanierung der unterschiedlichen Locations investiert – und wurde auch dort von der Pandemie ausgebremst. Am Grafenberg kann er sich immerhin noch auf den großen Biergarten vor der Tribüne konzentrieren. In Gerresheim jedoch schlägt er nun Alarm. „Wir stehen leider wirklich kurz vor dem Ende, denn uns fehlen mehr als 50.000 Euro, damit wir gesichert auch noch nach 2020 weitermachen können“, erklärt Ahrens die Lage.

Da das Unternehmen zu keinem Zeitpunkt öffentliche Gelder erhalten habe, sei es ohnehin nicht immer einfach gewesen, wirtschaftlich zu arbeiten. Das Konzept mit einer Mischung aus Kulturbetrieb und Event-Location habe sich dennoch als praktikabel herausgestellt, „wir hatten positiv in die Zukunft geschaut“, so Ahrens. So sei beispielsweise die selbst finanzierte Terrasse erst kürzlich fertiggestellt worden. „Nun haben wir aber seit dem 12. März weder private Events noch kulturelle Veranstaltungen durchführen können. Seitdem konnten wir keine Einnahmen erzielen. Das Entgegenkommen des Vermieters und staatliche Unterstützung haben geholfen, bis jetzt durchzuhalten“, betont Ahrens. „Aber nun geht es ohne Unterstützung nicht mehr weiter.“

Daher beteiligt sich der Gerresheimer Bahnhof an der „Night of Light“ am Montag, 22. Juni, einer bundesweiten Aktion von Event- und Kultureinrichtungen, um auf diesem Weg Aufmerksamkeit zu schaffen. Ab 20 Uhr wird der Bahnhof rot beleuchtet, auf der Terrasse gibt es Getränke und eine Open-Stage für alle Musiker, die spontan etwas spielen wollen. „Es geht auch darum, einen flammenden Appell und Hilferuf an die Politik zur Rettung von Kunst und Kultur in unserem Stadtteil zu richten“, erklärt Kurt Roitzheim, der im Bahnhof für die Events zuständig ist.