1. NRW
  2. Städte
  3. Düsseldorf

Düsseldorf: Es wird eng für IDR-Chef Pröpper

Düsseldorf : Es wird eng für IDR-Chef Pröpper

Der Aufsichtsrat der IDR rechnet schon sehr bald mit Ergebnissen der Wirtschaftsprüfer, die derzeit die internen Abläufe der städtischen Tochter unter die Lupe nehmen. Angeblich sind gefälschte Belege aufgetaucht. Bei den bürgerlichen Parteien ist der Verkauf der Firma nach wie vor Thema.

Offenbar stehen die Untersuchungen der Wirtschaftsprüfer bei der IDR kurz vor dem Abschluss. Das Unternehmen, das eine 100-prozentige Tochter der Stadt Düsseldorf ist und als Industrieterrains Düsseldorf-Reisholz vor allem Gewerbeimmobilien entwickelt und baut, war zuletzt durch ungewöhnlich stark angestiegene Kosten für einige Projekte ins Gerede gekommen und wird deshalb überprüft. Vor allem im Fokus: der langjährige Alleinvorstand Heinrich Pröpper (61).

Pröpper, in der Firma aufgrund seines Führungsstils umstritten, hatte in der jüngsten Zeit einräumen müssen, dass Projekte wie die Sanierung des Schlosses Eller und der Bau der Tiefgarage Barbarossaplatz erheblich teurer werden würden als geplant. Der ihm seit Herbst vorigen Jahres an die Seite gestellte kaufmännische Vorstand Denis Rauhut hatte diese Preissteigerungen erkannt und dem Aufsichtsrat vorgelegt.

Das Verhältnis der beiden galt von Anfang an als extrem schwierig, Pröpper fühlte sich von Rauhut kontrolliert — was letztlich auch stimmte, denn zu diesem Zweck hatte der Aufsichtsrat (mit den Stimmen aller dort vertretenen Parteien) den Mann im IDR-Vorstand installiert.

  • Düsseldorf : Weihnachts-Geschenke von der IDR
  • Parteien streiten weiter um die Rolle der IDR
  • Streit um Parteispenden : IDR-Zukunft nicht mehr unstrittig
  • IDR Spenden : Elbers will Hintergründe aufklären
  • Emmerich legte sechs Millionen Euro an
    EMMERICH : Wirtschaftsprüfer schauen sich Greensill-Anlage an
  • Die Linkspartei fordert Aufklärung über das
    Andrea Tandler soll Millionen-Honorar erhalten haben : Linke fordert Aufklärung über Maskendeal von Tochter von Ex-CSU-Generalsekretär

Denn dass in dieser Firma einige Dinge abliefen, durch die die Politik nicht durchblickte, ahnten viele. Rauhut bestätigte nur ein Misstrauen, das zuletzt vor allem gegen Pröpper immer größer geworden war.

Aus der Umgebung des Aufsichtsrates ist nun zu hören, man müsse davon ausgehen, dass die Wirtschaftsprüfer bei ihrer Suche auf Belege gestoßen sind, die gefälscht oder zumindest inhaltlich nicht korrekt waren. Ein Mitglied des Kontrollgremiums sprach ganz offen von "Fälschungen, die gewiss justiziabel sein werden".

Ob sie Pröpper direkt zuzuordnen sind, wurde gestern noch nicht klar gesagt, aber in den bürgerlichen Parteien im Rat wird bereits über die Zeit "nach Pröpper" gesprochen, die bald kommen könne.

Und obwohl sowohl SPD wie auch Grüne heftig protestierten, ist das Thema Verkauf der IDR bei CDU und FDP nicht vom Tisch. Als sicher gilt, dass man erst einmal den Bericht der Prüfer abwarten und klare Verhältnisse schaffen will. Aber dass man binnen einiger Monate über die Zukunft der IDR sprechen wird, steht fest.

Bezeichnend für die Situation der IDR und das Verhältnis der beiden Vorstände ist ein Vorfall, der sich kurz vor Weihnachten ereignete. Pröpper wollte, wie in den Jahren zuvor, wieder für Partner, Politiker und Beamte im Rathaus edle Weine und Champagner ordern. Dem widersprach Kaufmann Rauhut und drohte mit juristischen Konsequenzen, falls Pröpper am alten Brauch festhalte. Pröpper gab schließlich nach — 2011 gab es keine teuren Präsente der IDR.

Die Politik unterstellt dem umtriebigen Bau-Ingenieur, zuletzt auch die Zahlen der IDR geschönt zu haben, zwar mit legalen Mitteln, aber dennoch verschleiernd. Einige Politiker gehen inzwischen davon aus, dass die Firma längst illiquide ist.

Pröpper war zuletzt wegen starker Preissprünge bei der Sanierung Schloss Eller und dem Bau der Tiefgarage Barbarossaplatz in die Kritik geraten: Die Garage kostet 15 statt 13, das Schloss vier statt 1,8 Mio.

(RP/jco)