Düsseldorf: Erster Bahnhof Düsseldorfs 175 Jahre alt

Düsseldorf : Erster Bahnhof Düsseldorfs 175 Jahre alt

Im April 1838 gab es den Spatenstich für die zweite Strecke in Deutschland, im Dezember rollten die ersten Züge.

Blaue Uniformjacken mit goldenen Abzeichen und Knöpfen, blau-schwarze Schirmmützen und dunkle Hosen: Die Uniformen der Mitarbeiter der Bahn waren vor 175 Jahren edel und schick, kennzeichneten jeden Mitarbeiter des Unternehmens, egal ob Lokführer, Schaffner oder Bahnhofvorsteher.

Nun ist es genau 175 Jahre her, dass der Spatenstich für den Bau des ersten Düsseldorfer Bahnhofs getätigt wurde. Am Ende der Kö, zwischen Bergischem Löwen und der Graf-Adolf-Straße, wurde am 9. April 1838 mit dem Bau des ersten Bahnhofs der heutigen Landeshauptstadt und der Linie nach Erkrath begonnen. Ein historisches Ereignis.

Zu der Zeit gab es in Deutschland nur eine einzige Eisenbahnstrecke, die Verbindung nach Erkrath sollte die erste in Westdeutschland sein. In nur neun Monaten baute man die Strecke - mit viel Hilfe von außerhalb. 1000 schlesische Gastarbeiter halfen beim Begradigen der Fläche, Wegräumen von Schutt und Erde und beim Verlegen der Schienen.

Am 20. Dezember 1838 fuhr dann die erste Eisenbahn in Richtung Erkrath ab. Als echten Durchbruch für die Entwicklung der Verkehrsmittel werten das Historiker. Nur drei Jahre später wurde die Strecke bis nach Wuppertal ausgeweitet. Vor allem für die Industrie in den nun verbundenen Städten der Startschuss für einen echten Aufschwung. Von Wuppertal konnten Waren und Güter nun schnell und problemlos in den Düsseldorfer Hafen transportiert werden.

Das Gelände des damaligen Bahnhofs war riesig, erstreckte sich von der Luisenstraße bis hin zur Oststraße. Der Bau der Strecke führte zu einigen Funden, die nur durch die Arbeiten für den Schienenverkehr entdeckt wurden. So fand man zum Beispiel Eisenerz, ebnete aber auch den Weg für den Fund des Neandertalers. Dieser wurde beim Kalksteinabbau in den Höhlen im heutigen Neandertal gefunden, die Steinbrüche wurden errichtet, um Gestein für den Eisenbahnbau heranzuschaffen.

Unternehmer wie Friedrich Harkort aus Wetter an der Ruhr verdankt man den Bau der Eisenbahn in Westdeutschland, die für die Menschen eine enorme Erleichterung mit sich brachte. Brauchte man mit einer Pferdekutsche beispielsweise für die Entfernung zwischen Düsseldorf und Berlin 82 Stunden, so legte man diese Strecke mit der Eisenbahn in nur knapp zehn Stunden zurück.

Achtmal so schnell war das neue Transportmittel, so eine Entwicklung über den Landweg hat es bis heute nicht mehr gegeben. Der ICE, der Düsseldorf mittlerweile mit Berlin verbindet, hat die Reisezeit gerade mal halbiert - gut viereinhalb Stunden braucht ein Zugreisender heute bis in die Hauptstadt.

Nur wenige Jahre nach Eröffnung der Strecke Düsseldorfer Hafen bis Wuppertal zog die Köln-Mindener Bahngesellschaft nach, baute den Bahnhof in direkter Nähe an der Friedrichstraße und verband im Dezember 1845 mit der ersten Teilstrecke Köln-Deutz und Düsseldorf miteinander. Im Jahr 1847 wurde dann die gesamte Strecke von Köln nach Minden fertiggestellt.

Für das Jubiläumsjahr plant die Arbeitsgemeinschaft "175 Jahre Düsseldorf-Elberfelder Eisenbahngesellschaft" (DEEG) viele Aktionen und Feierlichkeiten rund um das Thema Eisenbahn in Westdeutschland. So soll am 20. Dezember - dem Tag, an dem sich die erste Bahnfahrt zum 175. Mal jährt - ein Sonderzug fahren.

Außerdem soll schon im September im Lokschuppen in Erkrath eine große Feier stattfinden. Die Arbeitsgemeinschaft - eine private Initiative von Eisenbahn- und Geschichtsfreunden - plant zudem und eine Wanderausstellung mit Informationen und Bildern der Eisenbahngeschichte. Sie wird in Orten entlang der Strecke gezeigt werden.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Düsseldorf vor hundert Jahren - Vergleich früher und heute

(EW)
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