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Trotz Prostesten der Baumschützer: Erste Hofgarten-Bäume gefällt

Trotz Prostesten der Baumschützer : Erste Hofgarten-Bäume gefällt

Trotz der Proteste von Baumschützern hat die Stadt mit der Fällung der Böschungs-Bäume am Rande des denkmalgeschützten Hofgartens begonnen. Es soll Platz geschaffen werden für die Interimsstraße, über die während der Bauzeit des Kö-Bogens der Verkehr fließen soll.

Wie am Montag bekannt wurde, wird ein Teilstück dieser Straße nun anders geführt als die bisher diskutierte Variante. Zudem teilte Planungsdezernent Gregor Bonin gestern mit, dass der Kö-Bogen im ersten Bauabschnitt rund 50 Millionen Euro teurer wird als die bisher stets genannte Summe.

Für den ersten Bauabschnitt des Kö-Bogens, bei dem auf dem Jan-Wellem-Platz zwei Neubauten nach einem Entwurf von Daniel Libes-kind entstehen sowie Tunnel, durch die ab Ende 2013 der Autoverkehr fließen soll, war bisher von 143 Millionen Euro für die Stadt die Rede.

Es sei jedoch bekannt gewesen, dass zu dieser Summe noch diverse Kosten (u.a. für Projektsteuerung, Neubauten und Rückbauten für die Baufeldfreimachung) hinzukommen würden, so Bonin. Es handle sich um 44,1 Millionen Euro. Hinzu kommen demnach auch noch um 20 Prozent gestiegene Baukosten.

Dafür entfiele die Hälfte der mit 35 Millionen Euro veranschlagten Summe für Kanalverlegungen, die zu den 78 Millionen Euro Kosten für den zweiten Bauabschnitt (bei dem u.a. die Hochstraße Tausendfüßler abgerissen wird) noch hinzu kommen. Insgesamt ergeben sich nach derzeitigem Stand für den ersten Bauabschnitt Kosten von 197,9 Millionen Euro -­ diese Summe soll im Haushalt 2011 etatisiert werden­, für den zweiten 95 Millionen Euro.

Bei der umstrittenen Interimsstraße betonte Bonin, die nun gefundene Lösung, diese Straße nicht in die Elberfelder Straße münden zu lassen, sondern zwischen Steigenberger Parkhotel und Oper durch die Ludwig-Zimmermann-Straße zur Heinrich-Heine-Allee zu führen, bringe eine Zeitersparnis von einem Jahr. Die Elberfelder Straße könne durch die Trasse komplett ersetzt werden und der Bau der Tiefgarage vor dem Steigenberger Parkhotel früher beginnen.

Mit der 80 Stellplätze fassenden Tiefgarage soll der Parkplatz vor dem Hotel entfallen und diese Fläche dem Hofgarten zugeschlagen werden. Die Einbahnregelung auf der Ludwig-Zimmermann-Straße wird umgekehrt, die Insel in der Mitte der Heine-Allee durchbrochen, um das Linksabbiegen zu ermöglichen. Bonin betonte erneut, dass die Mitglieder der Kleinen Kommission stets informiert gewesen seien.

Es gebe zu dieser sechs Meter breiten Straße durch das Gartendenkmal keine Alternative, das belegten die Verkehrszahlen der umliegenden Straßen. Spätestens im Herbst 2013 werde die Interimsstraße rückgebaut. "Es ist kein Angriff auf den Hofgarten, sondern eine Abwehr im Sinne einer Rekonstruktion. Dem Hofgarten wird am Ende seine historische Form wiedergegeben.”

So werde die Wasserfläche der Landskrone bis zum Nordende der Königsallee gezogen und die Sichtachse der Reitallee in der westlichen Parkhälfte weitergeführt. Mit diesen Argumenten überzeugte Bonin im Beisein von OB Elbers auch die Düsseldorfer Jonges. Der Heimatverein sieht sich als Wahrer des Hofgartens und hatte bereits in den 1960er Jahren massiv gegen die Eingriffe in das Gartendenkmal durch die Straßenplanung Friedrich Tamms (unter anderem Hofgartenstraße und Tausendfüßler) protestiert.

"Die Sünden Tamms sind vergessen, wenn die Geometrie der alten Landskrone nach Plänen von Maximilian Weyhe wieder hergestellt wird”, sagt Jonges-Baas Gerd Welchering. "Ein gewisses Anknapsen des Hofgartens kann man dafür in Kauf nehmen”, findet Rolf Töpfer, der Stadtbildpfleger der Jonges. Nicht überzeugt haben die Argumente die Opposition. Clara Deilmann (Grüne) nach der Sondersitzung der Kleinen Kommission: "Wir fordern einen öffentlichen Ausschuss für den Kö-Bogen und eine Alternative zur Interimsstraße.”

Hier geht es zur Bilderstrecke: Bäume im Hofgarten werden gefällt

(RP)