Düsseldorf: Erste Erfolge im Kampf gegen den Müll

Düsseldorf : Erste Erfolge im Kampf gegen den Müll

Die Awista fuhr am langen Wochenende offenbar Sonderschichten, an den Rheinufern halfen die zahlreichen und meist übervollen Mülltonnen. Dennoch blieb nach den lauen Abenden eine Menge Abfall liegen.

Der Kampf gegen den Müll nach heißen Wochenenden in Parks und am Rheinufer zeigt erste Erfolge: Obwohl einige tausend Menschen am Pfingstwochenende ins Freie zogen, dort grillten oder feierten, blieb das befürchtete Müll-Chaos am jeweiligen Morgen danach weitgehend aus.

Das hatte zwei Gründe: Einerseits hatte die Stadt bei der Awista Sonderschichten in Auftrag gegeben, wie es bereits am Freitag im Rathaus hieß, und die fleißigen Müllwerker waren daher morgens kurz nach Sonnenaufgang unterwegs, um Abfall zu beseitigen. Das gelang sehr gut, in vielen Bereichen sah es so aus, als hätte dort kein einziges Picknick stattgefunden.

Der andere Grund: Die Aufklärungs-Aktionen der Stadt und die Appelle zeigen Wirkung: Entweder nehmen viele ihren Abfall wieder mit oder sie nutzen die von den Promotions-Teams des Gartenamts verteilten Müll-Säcke. Inge Bantz (vom Gartenamt) und Anna Szczepaniak sowie Lena Lammermann (eines von mehreren Teams, die am Wochenende unterwegs waren), berichten von sehr viel Verständnis bei den angesprochenen Besuchern der Rheinufer. Aber es gebe immer noch viele Unbelehrbare, die ihren Unrat zurücklassen.

Auch im Volksgarten ist die Awista am Wochenende augenscheinlich tätig geworden: Bereits früh am Morgen leerten die Mitarbeiter des Entsorgungsunternehmens dort am Sonntag die Mülleimer. "Das war aber das erste Mal so. Sonst bleibt der Müll übers Wochenende bis zum Montag liegen", sagt Hildegard Winters. Die Oberbilkerin ist fast täglich in dem Park unterwegs, hat einen Schrebergarten in der Nähe der berühmten Ballonwiese. "Gerade für diese riesige Grünfläche gibt es nur einen einzigen kleinen Mülleimer. Das ist viel zu wenig", kritisiert sie weiter. Verstärkt würde das Chaos an warmen Sommertagen zudem durch die vielen Vögel, die den kaum geschützten Müll auf der Suche nach Futter durchwühlten. "Es müssen mehr Mülleimer her", sagt Winters.

Das jedoch will die Stadt in den Parks nicht - auch, weil dadurch die Optik gestört würde.

Am Rheinufer hat man dagegen genau das getan: In Abständen von rund 100 Metern stehen an den beliebten Ausflugsstränden graue Tonnen, meist zwei aneinandergekettet. Sie alle tragen Poster, auf denen die Stadt auf die Anti-Müll-Aktion hinweist. Fast alle der Abfallbehälter sind jedoch nach Wochenenden wie diesem übervoll, aber immerhin wird der Abfall von vielen daneben gestellt und kann so leichter abgeholt werden.

Diese Entsorgung ist oft ein logistisch aufwendiges Problem: Nicht alle Bereiche sind mit den Fahrzeugen der Awista erreichbar, manches muss mühsam zum weiter entfernt abgestellten Wagen geschleppt werden. Zusätzlich kontrollieren Awista-Mitarbeiter die Strände und Wiesen zu Fuß und klauben mit speziellen Greifzangen vereinzelten Abfall auf.

Liegen die vollen Müllsäcke zu lange neben den Tonnen, verursachen Elstern, Raben und Füchse neuen Ärger: Die Tiere nehmen diese Nahrungsquelle gern an, reißen die Säcke auf und verstreuen den Müll in der Umgebung. Heute werden Garten- und Umweltamt eine Bilanz des Wochenendes ziehen.

(RP)
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