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Düsseldorf: Erste Entscheidung im Fall Achenbach erwartet

Düsseldorf : Erste Entscheidung im Fall Achenbach erwartet

Diese Woche dürfte für den seit Juni unter Betrugsverdacht in Untersuchungshaft sitzenden Kunstberater Helga Achenbach eine besonders unangenehme werden. Im Strafprozess vor dem Essener Landgericht sagt heute die Witwe des 2012 verstorbenen Aldi-Erben Berthold Albrecht aus.

Babette Albrecht wird ihn schwer belasten. Sie hatte mit einer Anzeige bei der Essener Staatsanwaltschaft im vorigen Frühjahr das Verfahren in Gang gebracht, in dessen Verlauf der erfolgsgewohnte Düsseldorfer nach einer Dienstreise verhaftet wurde.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, mehrere Kunden seiner und der Kunstberatung der Berenberg Bank, an der Achenbach beteiligt war, durch verdeckte Preisaufschläge beim Kauf von Kunstwerken und Oldtimern betrogen zu haben. Der Pharma-Unternehmer Christian Boehringer hatte vergangene Woche ausgesagt, nachdem sein Schaden wiedergutgemacht worden sei, hätte er von einer Anzeige absehen wollen. Erst als er von Albrechts Anwalt erfuhr, dass es weitere Geschädigte gebe, habe er sich an die Staatsanwaltschaft gewandt. Bei Boehringer ging es um 1,1 Millionen Euro.

Babette Albrecht wirft Achenbach vor, ihren Mann um rund 20 Millionen Euro betrogen zu haben. Diese Summe klagen ihre Kinder als Erben Berthold Albrechts in einem Zivilverfahren ein. In dieser Schadenersatzklage wird morgen eine Entscheidung erwartet. Nachdem der Vorsitzende Richter der Zivilkammer am Landgericht bereits erhebliche Zweifel an Achenbachs seinerzeitiger Verteidigungsstrategie geäußert hatte, erwarten Beobachter ein Urteil zugunsten der Albrecht-Familie.

Der Kunstberater hatte zunächst vorgebracht, er habe mündliche Vereinbarungen mit Albrecht gehabt. Inzwischen hat er im Strafprozess ein Teilgeständnis abgelegt, wonach er Albrecht tatsächlich beim Kunstkauf übervorteilt hat. Dass die Vermittlung von Oldtimern an den passionierten Sammler nicht korrekt abgerechnet worden sei, bestreitet Achenbach aber weiterhin. Demnach seien in den insgesamt rund 72 Millionen Euro, die Albrecht für die Fahrzeuge zahlte, keine unberechtigten Aufschläge enthalten gewesen.

(sg)