Kommunalpolitik in Düsseldorf Erste Bezirksvertretung bietet Video-Sprechstunde an

Düsseldorf · Der stellvertretende Bezirksbürgermeister Ingolf Rayermann nutzte im Rathaus Gerresheim Kamera und Computer, um mit Bürgern in Kontakt zu treten.

 Ingolf Rayermann unterhielt sich per Videoschalte mit den Bürgern über Probleme im Stadtbezirk 7.

Ingolf Rayermann unterhielt sich per Videoschalte mit den Bürgern über Probleme im Stadtbezirk 7.

Foto: Endermann, Andreas (end)

Ingolf Rayermann wäre eine Präsenzsprechstunde auch lieber gewesen. Aber bevor der neue stellvertretende Bürgermeister des Stadtbezirks 7 komplett auf den direkten Kontakt zum Bürger verzichtet, hielt der CDU-Politiker eine Online-Sprechstunde im Rathaus Gerresheim ab. „Ich bin ein Mensch, der braucht den direkten Kontakt“, sagt Rayermann. „Den Gesprächspartner wenigstens auf einem Bildschirm zu sehen, erleichtert für mich die Abstimmungsprozesse.“

Sowohl für den zweiten Mann im Stadtbezirk als auch für die knapp 48.000 Menschen in Gerresheim, Grafenberg, Ludenberg, Hubbelrath und Knittkuhl, für die Rayermann als Lokalpolitiker Verantwortung trägt, war es eine Premiere. „Ich hatte vorher noch keine Bürgersprechstunde abgehalten, und wir sind die erste Bezirksvertretung, die eine Online-Sprechstunde in Düsseldorf anbietet“, erläutert Rayermann. „Wir möchten ein niederschwelliges Angebot schaffen, damit Bürger auch in Zeiten der Pandemie Probleme direkt ansprechen können.“

Das hat wohl geklappt, denn kaum war ein Gespräch beendet, musste Rayermann schon wieder ran. Immerhin neun längere Gespräche führte der erste Stellvertreter von Bezirksbürgermeisterin Maria Icking. Dabei waren sein gesamter Sachverstand aus 21 Jahren Lokalpolitik, Einfühlungsvermögen, Ortskenntnisse und Phantasie gefragt. „Die Gespräche drehten sich unter anderem um Sorgen um den Fortbestand eines Parks, um die Lautstärke von Straßenbahnen, Ruhestörungen, Verkehrsführungen, den Landschaftsplan im Umfeld der Bergischen Kaserne, Verbesserungsvorschläge für elektronische Anzeigen an Haltestellen, Anregungen zur Nutzung von Schulparkplätzen bis hin zu drängenden Fragen zum Impfzentrum“, verrät Rayermann. „Das war ein breites Spektrum. Zu vielem konnte ich etwas sagen, als ich mal nicht weiterhelfen konnte, habe ich das eingestanden. Sicher ist, dass ich mich um jedes einzelne Anliegen kümmere.“

Jetzt werden also die „Aufträge“ aus der Bevölkerung in Anfragen an die Verwaltung und Anträge in der Bezirksvertretung bis hin zum Rat umgearbeitet. „Sobald sich in den jeweiligen Anliegen etwas tut, werden die Anrufer benachrichtigt“, verspricht Rayermann. Er bewertet den Auftakt der Online-Bürgersprechstunden als Erfolg. „Wir überlegen jetzt schon, die Online-Bürgersprechstunde auch nach Ende der Pandemie beizubehalten. Dann natürlich parallel zur Präsenzsprechstunde“, so Rayermann. „Sich online zu melden, ist für viele einfacher. Das kann man bequem von zu Hause oder auch von unterwegs machen“, fügt er hinzu.

Info Am 10. März um 11 Uhr bietet der 2. stellvertretende Bezirksbürgermeister Julian Deterding (FDP) ebenfalls eine Online-Bürgersprechstunde an.