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Düsseldorf: Erst 2018 sind alle Bäume nachgepflanzt

Düsseldorf : Erst 2018 sind alle Bäume nachgepflanzt

Nach den verheerenden Schäden durch den Pfingstorkan "Ela" legen Gründezernentin Helga Stulgies und Doris Törkel, Leiterin des Gartenamts, der Politik ihr Konzept vor. Dazu gehören Bilanz, Zeitplan und Liste geeigneter Bäume.

Der Orkan "Ela" tobte am Pfingstmontag nicht einmal eine Stunde durch Düsseldorf - die Behebung der Schäden wird die Stadt aber noch viele Jahre beschäftigen. Erste markante Pflanzungen sind zwar noch für dieses Jahr vorgesehen - zum Beispiel an der Reitallee im Hofgarten. "Der Wiederaufbau der Gartenstadt wird aber mindestens bis Herbst 2018, Frühjahr 2019 dauern", sagt Gründezernentin Helga Stulgies. Gemeinsam mit der Gartenamtsleiterin Doris Törkel legte sie gestern dem Ausschuss für öffentliche Einrichtungen das Handlungskonzept des Rathauses vor.

Bilanz Noch steht nicht fest, wie viele Bäume "Ela" zum Opfer gefallen sind. Die Bestandsaufnahme der Stadt läuft, davon hängt ab, welche Bäume gerettet werden können und welche gefällt werden müssen. Derzeit geht man von etwa 40 000 Bäumen und einer Schadenshöhe von bis zu 65 Millionen Euro aus. Die Stadt ist dabei, ein digitales Kataster für die Stadtbäume aufzustellen.

Gartendenkmäler Von den 32 denkmalgeschützten öffentlichen Grünanlagen in Düsseldorf ist etwa die Hälfte von Sturmschäden betroffen. "Für sie gelten die gleichen strengen Regeln wie für Baudenkmäler", sagt Törkel. Das werde auch von der Fachwelt aufmerksam verfolgt. Vor den Aufräumarbeiten werde der ursprüngliche Baumbestand dokumentiert, um die Denkmäler wieder im Original herzustellen. Nach derzeitigem Stand wurden in den denkmalgeschützten Grünanlagen 917 Bäume zerstört, weitere 481 wurden beschädigt. Besonders getroffen ist der Hofgarten: 498 Bäume wurden dort geschädigt. Auch wenn mancher Bürger einen anderen Eindruck hat: "Die Aufräumarbeiten im Hofgarten laufen seit dem Morgen nach dem Sturm", sagt Törkel. Es werde dauern, bis sie abgeschlossen seien. Sie bittet um Geduld, auch bei der Wiederherstellung dieses Gartendenkmals, das im Sinne Maximilian Weyhes gestaltet werden soll.

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Spielplätze und Friedhöfe Die meisten der 430 Spielplätze waren vom Sturm betroffen, 370 sind inzwischen freigegeben. Der Schaden an den Geräten liegt bei 200 000 Euro. Bei den 13 städtischen Friedhöfen sind alle bis auf den in Hubbelrath geschädigt worden - konkret 3176 Bäume, 17 Prozent des gesamten Bestands.

Wälder 20 000 Bäume sind im Forst dem Sturm zum Opfer gefallen. Das entspreche der Zahl der Bäume, die sonst in vier Jahren geschlagen werden, so Törkel. Deshalb werden in den nächsten Jahren die Fällarbeiten deutlich reduziert. Besonders betroffen waren Aaper und Grafenberger Wald.

Aktionsplan nach dem Sturm

Straßenbäume 11 128 der insgesamt fast 70 000 erfassten Straßenbäume sind beschädigt worden, 2860 mussten gefällt werden. Die größten Verluste gab es mit 160 Bäumen im Bereich Rheinuferstraße, Cecilienallee, Hofgartenufer, Rotterdamer Straße. An der Heinrichstraße fielen 72, an der Kaiserswerther Straße 41 (vor allem Platanen).

Finanzierung 15 Millionen Euro hat der Rat nach dem Sturm außerplanmäßig bereitgestellt. Durch Vermarktung des Stammholzes kamen bisher 48 000 Euro zusammen, weitere 37 000 Euro werden erwartet. Durch Spenden sind inklusive der Versteigerung vom gewählten OB Thomas Geisel und Manes Meckenstock bisher etwa 200 000 Euro zusammengekommen.

Baumpflanzungen Bereits diesen Herbst und kommendes Frühjahr startet die Stadt mit Nachpflanzungen. Auf der Liste stehen zum Beispiel 25 Linden an der Reitallee im Hofgarten, 21 Linden an der Weyhe-Allee, 25 an der Grafenberger Allee sowie fünf große Bäume für den Rheinpark. "Er soll zum neuen Bürgerpark werden", sagt Törkel. Die Kosten für solche großen Bäume liegen im fünfstelligen Bereich. Linden gehören auch zu den Baumarten, die bevorzugt gepflanzt werden sollen. Anders als das NRW-Umweltministerium will die Stadt nicht nur auf heimische Bäume setzen. Derzeit wird eine Liste mit Baumsorten erarbeitet, die mit Blick auf den Klimawandel mit mehr Stürmen, Starkregen und feuchten Wintern geeignet sind, zum Beispiel Amberbäume oder japanische Schnurbäume.

Deiche Stulgies betont, dass es bei dem Streit um Bäume auf Deichen vor allem um den Lohauser Deich gehe. Zerstörte Bäume werden nicht ersetzt, kranke gefällt. "Alle anderen bleiben stehen."

(RP)