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Eritreer wegen räuberischer Erpressung vor dem Düsseldorfer Landgericht

Vor dem Landgericht : Landsleute bedroht und erpresst

(wuk) Jahrelang soll ein 26-Jähriger aus Eritrea bei Landsleuten in Not und deren Familien kaltherzig abkassiert haben. So steht es in einer Anklage wegen erpresserischen Menschenraubes, über die das Landgericht ab morgen verhandelt (Di, 9.30 Uhr, Saal E.127).

Als Teil einer Schleuserbande habe der Angeklagte in Deutschland die Angehörigen von Flüchtlingen aus Eritrea in Angst und Schrecken versetzt und sie um mindestens 10.000 Euro erpresst. Bisher hat der 26-Jährige alle Vorwürfe zurückgewiesen.

Kaum den Verhältnissen in ihrer Heimat entronnen, begann für Flüchtlinge aus Eritrea zwischen 2013 und 2015 in Libyen ein weiterer Albtraum: Nach ihren Berichten wurden sie in Lagern zusammengepfercht und misshandelt, Pässe, Handys und Wertsachen wurden einkassiert. Eine Schleuserorganisation, die mit dem Angeklagten angeblich zusammenarbeitete, verlangte von den Angehörige der Flüchtlinge in Deutschland zwischen 1000 und 3000 Euro. Wenn sie diese nicht zahlten, würden ihre Angehörigen weiter inhaftiert, gefoltert oder sogar getötet. Unter einer deutschen Handy-Nummer konnten die Verwandten Details der Geldübergabe erfahren. Diese Nummer gehörte laut Anklage dem 26-Jährigen. Er soll das Geld eingesammelt und nach Abzug eigener Kosten nach Libyen überwiesen haben. Kam das Geld dort an, wurden die frei gekauften Flüchtlinge in Booten über das Mittelmeer gebracht.

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In ersten Vernehmungen bestätigte der Angeklagte zwar, dass er Geld nach Libyen überwiesen habe, das er von Landsleuten in Deutschland erhalten habe. Aber nach seiner Version seien dieses für Hochzeiten, Bestattungen oder die medizinische Versorgung von Familien in Eritrea bestimmt gewesen.

Für den Prozess hat das Landgericht vier Verhandlungstage bis Mitte November reserviert