Der Platz am Gedenkstein: Erinnerung an Hexenverfolgung

Der Platz am Gedenkstein: Erinnerung an Hexenverfolgung

Der Platz am Gedenkstein ist jetzt nach den beiden als vermeintliche Hexen hingerichteten Frauen Helene Curtens und Agnes Olmans benannt worden. Das soll ein Zeichen für die moralische Rehabilitierung und Mahnung gegen Diskriminierung und Ausgrenzung sein.

Für die beiden als vermeintliche Hexen verbrannten Frauen aus Gerresheim gibt es jetzt einen Ort der Erinnerung. Am Freitag bekam der Platz an der Schönau-/ Ecke Dreherstraße mit dem Gedenkstein an die Hexenprozesse den Namen "Helene-Curtens-und-Agnes-Olmans-Platz".

Die Namensnennung ist auch Ausdruck der moralischen Rehabilitierung der beiden Frauen, die die für Gerresheim zuständige Bezirksvertretung 7 und der Rat der Stadt Düsseldorf im vergangenen Jahr ausgesprochen hatte. "Es wurde damit ein Zeichen der gegen Diskriminierung und Ausgrenzung gesetzt", sagte Bürgermeisterin Marie-Agnes Strack-Zimmermann, bevor sie das neue Namensschild offiziell enthüllte. Wegen der zwei Namen ist es etwa 1,40 Meter "und damit beeindruckend lang", sagte humorvoll Monika Bunte.

Sie setzt sich bereits seit rund 25 Jahren für die Rehabilitierung ein, hatte es mit einer Initiative auch geschafft, dass der Gedenkstein für Curtens und Olmans von der Künstlerin Gabriele Tefke geschaffen wurde. Durch das neue Straßenschild wird deutlich, auf welche Opfer von Verfolgung und Ausgrenzung es hinweist.

Er zeigt durch eine zusammengequetschte und durch Fesseln eingezwängte Frauengestalt eindrucksvoll und sinnfällig, wie ungeheuerlich der Druck durch Verfolgung und Folter gewesen ist. Die moralische Rehabilitierung der beiden Frauen hatte Andreas Vogt mit einem Bürgerantrag im vergangenen Jahr ins Rollen gebracht. Ein Ziel war es, die Verfolgung von Hexen als Beispiel für Diskriminierung, Ausgrenzung und Mobbing deutlich zu machen, gegen die zu jeder Zeit Menschen mit Zivilcourage eintreten müssten.

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"Mit einer Schweigeminute im Rat sollte die Rehabilitierung unterstrichen werden", erinnerte Strack-Zimmermann. Allerdings seien einige Ratskollegen dazu nicht bereit gewesen und hätten den Plenarsaal verlassen. "Auch das muss gesagt werden", erklärte Strack-Zimmermann und unterstrich, dass jederzeit der Artikel eins des Grundgesetzes "Die Würde des Menschen ist unantastbar" berücksichtigt werden müsste. Solche Irritationen wie im Rat gab es in der Bezirksvertretung 7 nicht.

Sie hatte sich einstimmig für die Rehabilitierung und für die Benennung einer Straße oder eines Platzes eingesetzt, erklärte Bezirksvorsteher Hanno Bremer: "Wir sind froh, dass unser Anliegen berücksichtigt wurde." Rechtzeitig vor der offiziellen Benennung war der Platz saniert und neu gestaltet, war der Gedenkstein gereinigt worden. Auch der Bürger- und Heimatverein hat sich für die Erinnerung an die Verfolgung und die Opfer stark gemacht und immer wieder auf das dunkle Kapitel in der Gerresheimer Geschichte aufmerksam gemacht, so der ehemalige Vereinsvorsitzende Wolfgang Ohneck.

Dass diese Geschichte auch in der Gegenwart beachtet werden muss, machten Schüler des Gymnasiums Gerresheim mit einem Rollenspiel und mit Liedern deutlich.

(rl)
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