Ergebnisse der Bürgerbefragung 2017: Das gefällt den Düsseldorfern an ihrer Stadt

Bürger wurden befragt: Was den Düsseldorfern an ihrer Stadt gefällt - und was nicht

Tausende Düsseldorfer wurden aufgefordert, ihre Stadt zu bewerten. Nun liegen die Ergebnisse der Bürgerbefragung vor. Gute Werte vergaben die Bürger bei der Lebensqualität, in anderen Bereichen hakt es.

Der Begriff klingt sperrig, die Ergebnisse der "Allgemeinen Befragung der Bürger" durch das Amt für Statistik und Wahlen geben jedoch einen ganz praktischen Einblick in das Leben der Düsseldorfer und ihre Sicht auf die Stadt. 16.000 Bürger waren im März und April aufgefordert, bei der dritten Auflage der Umfrage teilzunehmen. 5094 Fragebögen wurden ausgewertet (Kosten: rund 35.000 Euro). Das sind die Ergebnisse:

Die gute Nachricht: Die meisten Düsseldorfer leben gerne in der Stadt. Das gaben 90 Prozent der Befragten an. Die übrigen würden lieber im Umland, woanders in Deutschland oder sogar im Ausland leben. Das gute Ergebnis freut auch den Oberbürgermeister. Dass so viele Bürger an der Umfrage teilgenommen hätten, zeige, dass ihnen ihre Stadt am Herzen liege und sie gerne daran mitwirken wollen, sie noch attraktiver zu machen, sagte Thomas Geisel (SPD). Auch die Lebensqualität bewerten 88 Prozent der Befragten als gut. Das gute Ergebnis ist keine Überraschung: Auch bei den Bürgerbefragungen in den Jahren 2015 und 2016 sah es so ähnlich aus. Besonders schätzen die Düsseldorfer an ihrer Stadt übrigens die Einkaufsmöglichkeiten, das Kulturangebot, die gesundheitliche Versorgung und die Arbeits- und Verdienstmöglichkeiten.

Auf der fast ebenso langen Liste der Probleme steht eines ganz weit oben: der Wohnungsmarkt. Mehr als die Hälfte der Befragten ist nicht zufrieden mit dem Angebot in der Stadt, 70 Prozent klagen über zu hohe Mieten. Kritik gibt es auch am Verkehr, vor allem die Situation der Radfahrer wird beklagt. Es gibt zu wenige und zu unsichere Radwege, finden die Bürger. Interessant: 18 Prozent der Befragten sind zudem mit den Schwimmbädern in der Stadt nicht zufrieden.

Auch zu den Eigenschaften der Stadt wurden die Teilnehmer der Umfrage befragt. Dabei konnten sich offenbar viele Bürger nicht so recht entscheiden: Zum Beispiel bei der Frage, ob Düsseldorf familienfreundlich ist, gaben nur neun Prozent der Bürger an, das treffe voll zu. Weitere 39 Prozent gaben an, dies treffe "eher zu". Die Mehrheit der Befragten kreuzte hingegen die schwammige Antwort "teils/teils" an. Gleiches gilt für die Bewertungen, ob Düsseldorf kinder-, ausländer-, senioren- oder behindertenfreundlich ist. Letztere Kategorie schnitt am schlechtesten ab: 25 Prozent der Befragten sehen in dieser Kategorie Defizite. Auch in Sachen Politik muss die Stadt offenbar besser aufklären: 61 Prozent der Düsseldorfer haben laut den Ergebnissen der Befragung nämlich das Gefühl, nicht ausreichend über die politischen Entscheidungen in ihrer Stadt informiert zu sein - Tendenz steigend. 2015 waren 58 Prozent unzufrieden, 2016 waren es 59 Prozent der Bürger.

  • "Glücksatlas" : Kölner und Westfalen sind glücklicher als Düsseldorfer
  • Ranking : Düsseldorf auf Platz 26 der smartesten Städte weltweit

Schulen, Kindergärten, Fahrradwege, Wohnungsbau - dafür sollte die Stadt mehr Geld ausgeben, finden die Bürger. Einsparpotenzial sehen dagegen 46 Prozent der Befragten beim Stadtmarketing. Auch die Wirtschaftsförderung könne auf Geld verzichten und auch für mehr Parkplätze müssen nicht unbedingt mehr Finanzmittel zur Verfügung gestellt werden, finden sie. All das geht aus den Ergebnissen der Befragung zu Düsseldorfs Finanzen hervor. Spannend: Bei den Ausgaben, die unverändert bleiben sollen, liegt die Volkshochschule (VHS) auf Platz 1. Insgesamt 78 Prozent der Befragten wünschen sich, dass die Ausgaben so bleiben. Das hat auch politische Brisanz: Im Spätsommer hatte der Oberbürgermeister in seiner Rede zum Haushalt 2018 die Zuschüsse für die VHS in Frage gestellt. Das hatte für heftige Kritik gesorgt und eine Debatte ausgelöst. Die Befragung fand im Frühjahr statt - weit vor dieser Diskussion. Schon damals machten die Düsseldorfer also klar, dass ihnen die VHS wichtig ist.

Das Thema bildete einen eigenen Schwerpunkt in der Umfrage. So wollte das Amt für Statistik und Wahlen zum Beispiel wissen, was die Bürger zum Umstieg vom Auto auf Bus und Bahn bewegen könnte. 54 Prozent gaben dabei an, die Fahrtkosten müssten niedriger sein. 35 Prozent kritisierten Verspätungen. Und um öfter das Rad zu nutzen, wünschen sich 52 Prozent mehr Radwege in der Stadt.

Bei der Bürgerbefragung wurden nicht nur allgemeine Fragen gestellt, die Umfrage hatte auch einen Schwerpunkt: Kultur. Die genauen Ergebnisse dazu will die Stadt Anfang des Jahres in einem extra Analysebericht vorstellen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Leser-Fotos: So schön ist Düsseldorf bei Nacht

(lai)