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Düsseldorf: Erfolgsprojekt gegen Einbrecher verlängert

Düsseldorf : Erfolgsprojekt gegen Einbrecher verlängert

Mindestens bis August soll das Spezialisten-Team weitermachen, das Taschendiebe und Autoaufbrecher verdrängte.

Er sehe noch eine ganze Menge Potenzial im "Projekt Anstiegsdelikte" (PAID) und in den Kriminalitätsbereichen, die in den vergangenen Jahren einen drastischen Zuwachs erlebten, auch vieles, was noch verbessert werden könne, sagte Polizeipräsident Herbert Schenkelberg.

Deshalb hat er entschieden, dem Projekt, wie es polizeiintern heißt, noch ein paar Monate zu geben. Im Sommer werde man dann prüfen, ob das Konzept weiter funktioniert oder aus dem scharfen ein stumpfes Schwert geworden sei. Schließlich, sagt Kripochef Jürgen Schneider, seien eine Menge Leute unterwegs, die "nichts anderes zu tun haben, als sich neue Arten der Begehung von Straftaten auszudenken".

Im Herbst 2011 hatte Andreas Sandvoß, der das PAID-Konzept entwickelt hat, seine 30-köpfige Soko aufgestellt. Spezielle Schulungen für alle waren dem vorangegangen, auch neue technische Entwicklungen zur Auswertung von Tatorten und -mustern.

Die aufwendige Antwort auf die dramatischen Zuwachsraten bei Wohnungseinbruch (im Jahr 2011 ein Plus von 27 Prozent), Taschendiebstahl (plus 32 Prozent) und Autoaufbrüchen (plus 22 Prozent) war auf 18 Monate ausgelegt und auch durch besondere Schulungen der Mitarbeiter vorbereitet worden, die aus anderen Kommissariaten zusammengezogen wurden.

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Jetzt hat die Kriminalstatistik ihre Arbeit belohnt. Denn 2012 verlangsamte sich nicht bloß der Anstieg, sondern in allen drei Deliktfeldern gab es erstmals seit Jahren einen deutlichen Rückgang.

Bei den Wohnungseinbrüchen — bei leicht verbesserter Aufklärungsquote — sind vier Prozent weniger als 2011. Und mehr als ein Drittel der 3205 Taten scheiterte an den besser gesicherten Türen und Fenstern. Taschendiebe mieden Düsseldorf ganz, wenn die Fahnder mit offensichtlichen Großaktionen etwa auf den Weihnachtsmarkt kamen.

Endergebnis: Rückgang der Fallzahlen um 24 Prozent, über tausend der 5780 Taten ereigneten sich am Flughafen sowie in Zügen und Bahnhöfen. Und auch die Autoaufbrüche, seit dem Höchststand 2007 durch die Ermittlungskommission Kfz deutlich eingedämmt und zwischendurch mit alarmierenden Anstiegsmeldungen aufgefallen, sanken auf den niedrigsten Stand der vergangenen sechs Jahre — mit 7750 Fällen.

Die Zahl der vom "Projekt" festgenommenen Täter klingt im Vergleich zu den Fallzahlen unspektakulär: 37 wurden auf frischer Tat gefasst, insgesamt 198 festgenommen, von denen 85 in U-Haft sind. Festnahmen seien aber auch nicht das alleinige Projekt-Ziel, sagt Schneider. "Die Erkenntnisse, die wir durch das Projekt über die Täter gewinnen, sind sehr wertvoll für uns."

Dass das "Projekt" nun in die Verlängerung geht, bedeutet für anderen Dienststellen höhere Belastung. Auch deshalb ist der Einsatz nur begrenzt, denn, so Jürgen Schneider: "Polizei reicht nicht für alle Bereiche gleichermaßen."

(RP/ila)