Düsseldorf: Entwickler will bezahlbare Wohnmodelle

Düsseldorf : Entwickler will bezahlbare Wohnmodelle

Der Düsseldorfer Bauentwickler IDG sieht sich als Vorreiter für genossenschaftliches Wohnen unter professioneller Betreuung. Firmen-Chef Josef Hennebrüder glaubt, dass dies wegen steigender Kosten das Wohnmodell der Zukunft ist.

Der Düsseldorfer Immobilien-Dienstleister Josef Hennebrüder und seine Firma IDG (www.i-d-g.de – idg steht für Immobilien-Dienstleistungs-Gesellschaft) sieht sich als einen Experten, der neuen Schub in das verstaubte Modell von Wohnungsgenossenschaften bringt. Hennebrüder, gelernter Bankkaufmann und Betriebswirt, hält das Modell des genossenschaftlichen Wohnens für ideal mit Blick auf steigende Energie- und Baukosten. Hennebrüder: "Schon heute zahlen fast alle Städte hohe zweistellige Millionenbeträge Transferleistungen als Unterstützung für Mieten. Das werden sie auf Sicht nicht durchhalten. Wir brauchen also Wohnmodelle zwischen Eigentum und Miete, die auch denen Wohnen ermöglichen, die weniger hohe Einkommen haben."

Er hat daher durch eigene Ideen die Regeln der Wohnungsgenossenchaften modifiziert. Wie beispielsweise die Möglichkeit, die eigene Genossenschaftswohnung unterzu-vermieten und das lebenslange Wohnrecht vererben zu können, werden kleine Nutzer-Genossenschaft ähnlich attraktiv wie der Erwerb von Wohneigentum, meint er.

Dass sich nun auch mehr junge Menschen von dem modifizierten Genossenschaftsmodell angesprochen fühlen, zeigt ein Pilotprojekt in Köln, das im Sommer vergangenen Jahres bezogen worden ist. Dort hat Hennebrüder mit der Genossenschaft "Gut in Widdersdorf" in einer modernen Kanthof-ähnlichen Wohnanlage im Passivhausstandard 75 Wohneinheiten geschaffen. Die Wohnungen waren trotz des großen Angebots an neuen Einfamilien- und Reihenhäusern schnell vergriffen. Der Erfolg beflügelt Hennebrüder: Der Immobilienexperte hat bereits das nächste Projekt in der Region auf den Weg gebracht. In Leverkusen-Opladen entsteht auf einem 7000 Quadratmeter großen Grundstück in der sogenannten "Bahnstadt" ein Mehrgenerationen-Wohnprojekt mit 52 Wohnungen, von denen bereits 80 Prozent fest vergeben sind.

Die IDG bietet an, die Genossenschaft zu gründen und den gesamten Ablauf der Gründung, der Planung und die Ausführung zu übernehmen - immer in Absprache mit den Mitgliedern. Nach Fertigstellung des Objektes bleibt die Firma ein Jahr lang mit im Boot und bietet dann noch an, fünf Jahre Verwaltung, Management und Vertrieb zu übernehmen. In Düsseldorf gäbe es nach Ansicht von Hennebrüder zwar ebenfalls einen großen Bedarf an dieser Form des bezahlbaren Wohnens im Quasi-Eigentum, aber er hat den Eindruck, dass die Stadt an solchen, vergleichsweise kleinen Projekten kein Interesse hat und vor allem vom Liegenschaftsamt nur große Projekte gefördert werden. Auch in anderen Nachbargemeinden gibt es inzwischen solche Initiativen, die mit Interesse verfolgen, was die Düsseldorfer Firma auf den Weg bringt. Beispielsweise Nawodo in Dormagen. Dort findet man viele Ideen, die Hennebrüder ins Spiel gebracht hat, hilfreich für die Gewinnung neuer Interessenten. Die Gruppe in der Stadt zwischen Köln und Düsseldorf plant für 2015 in dem neu geschaffenen Baugebiet im Stadtteil Nievenheim ein Mehrgenerationen-Wohnprojekt mit 24 Wohnungen. (www.nawodo.de)

(RP)
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