1. NRW
  2. Städte
  3. Düsseldorf

Entscheidung über Fahrradstraße an der Gutenbergstraße vertagt

Straßen in Düsseldorf : Entscheidung bei der Gutenbergstraße ist vertagt

Die CDU will, dass bei der Gutenbergstraße auf eine Fahrradstraße verzichtet wird, das sei auch der Wille der Anwohner. Der Antrag wurde in der Bezirksvertretung 7 jedoch in den September verschoben – weil er nicht fristgerecht eingereicht worden sei, bemängelten SPD und Grüne.

Es war schon beeindruckend, wie viele Menschen am vergangenen Samstag den Weg zum Politischen Markttag in den Wendehammer der Gutenbergstraße fanden. Politik und Verwaltung stellten sich, um den Anwohnern zu erklären, wie genau das mit der geplanten Fahrradstraße so gedacht ist, die eben auch durch ihre Straße führt. Eine offensichtlich breite Mehrheit (zumindest von denen, die anwesend waren) lehnt diese ab, will lieber, dass alles so bleibt wie es ist, dass auch Kinder auf der Straße spielen können, weil in der Sackgasse allenfalls Anwohner mit dem Auto fahren, die entsprechend Rücksicht nehmen. Genau die, so die Befürchtung, sei von rasenden Radfahrern nicht zu erwarten.

Die CDU hat darauf erstaunlich schnell reagiert und drei Tage später einen Antrag in die Sitzung der Bezirksvertretung 7 eingebracht. Demnach soll bei der Umsetzung der geplanten Veloroute im Bereich der Gutenbergstraße auf die Umwidmung als Fahrradstraße verzichtet werden – und alles im Wesentlichen so belassen werden wie es ist. „Das Miteinander zwischen autofahrenden Anliegern, Fußgängern, Radfahrern und spielenden Kindern funktioniert im Status Quo vorbildhaft, die Umwidmung zu einer Fahrradstraße bringt keinerlei Vorteile, schafft hingegen Risiken durch einseitige Privilegierung eines Verkehrsmittels“, erklärt Martin Klein. So weit, so gut.

  • Wird die Deichstraße zwischen Stürzelberg und
    Streit um Straße in Dormagen : Erbentag will Fahrradstraße stoppen
  • Die Klever Straße in Xanten (Archiv).
    Versuch im Juli und August : Klever Straße in Xanten wird testweise zur Fußgängerzone
  • Anwohner Thorsten und Sigrid Spieker kritisieren
    Verkehr in Düsseldorf : Streit um Verkehrsberuhigung in Bilk
  • Die Streuff-Mühle in St. Tönis ist
    St. Töniser Wahrzeichen ist Thema im Ausschuss : Streuff-Mühle: Anwohner sorgen sich um ihre Gärten
  • Schild Tempo 100 / Verkehrsschild /
    Ärger um Verkehrslärm in Schwalmtal : Warum die SPD ein Tempolimit auf A52-Teilstück will
  • Die Schadowstraße verändert ihr Gesicht.
    Straßen in Düsseldorf : Die Grünen wollen die Liesegangstraße sanieren

Oder so schlecht: Denn eine derartige Entscheidung dürfte zwar ganz im Sinne der (meisten) Anwohner sein, abgestimmt wurde aber nicht. Der Antrag sei nicht fristgerecht eingegangen, meinte die politische Gegenseite. Daran ändere auch nichts, dass die CDU den Vorstoß mit „Initiativantrag“ betitelt und Klein die Dringlichkeit einer Entscheidung nach der Bürgerversammlung mit so vielen Teilnehmern angemahnt habe. „Der Wille des Bürgers stellt keine Dringlichkeit dar“, meinte der Grüne Marco Huppertz. Und Karsten Kunert von der SPD fügt hinzu: „Eine Dringlichkeit liegt nur vor, wenn Gefahr im Verzug ist. Und das ist hier ja wohl kaum der Fall.“ Zack, verschoben in die nächste Sitzung nach der Sommerpause im September.

Nun mag diese Entscheidung den Statuten entsprechen, die einer solchen Sitzung zugrunde liegen, sonderlich bürgernah ist sie sicherlich nicht. Zumindest die Diskussion darüber, wer welchen Standpunkt einnimmt, hätten sich die Stadtteilpolitiker durchaus erlauben können. So werden die Anwohner über Monate im Ungewissen gelassen. Fristgerecht oder nicht? Das ist schlichtweg bürokratisch – und irgendwie auch ein bisschen arrogant dem Bürger gegenüber.