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Energiekrise in Düsseldorf​: Die Messe heizt wieder mit Öl

Energiekrise in Düsseldorf : Die Messe heizt jetzt mit Öl

Im Duisburger Hafen lagern 550.000 Liter Öl für die Messe. Mit der Umstellung soll der Betrieb auch bei einer Gasmangellage aufrechterhalten werden können. Zudem wird im Winter die Temperatur in den Hallen deutlich sinken.

Die Messe heizt ihre Hallen und Gebäude seit diesem Monat mit Öl und will das mindestens auch bis Ende des Jahres so beibehalten. Diese Entscheidung ist laut Andrea Eppert, Leiterin der neuen Stabsstelle für nachhaltiges Wirtschaften, im Sommer gefallen, um den Betrieb der Messe vom Gas unabhängig aufrechterhalten zu können. Denn sollte in Deutschland nicht mehr ausreichend Gas zur Verfügung stehen, könnte bei Inkrafttreten der dritten Stufe des Notfallplans Gas die Messe als ungeschützter Großkunde nicht mehr versorgt werden.

Das Unternehmen benötigt große Mengen an Öl. In Tanks auf dem Gelände befinden sich nun 100.000 Liter. Zudem sind 550.000 Liter gekauft worden, die wohl bis Ende des Jahres benötigt werden und die im Duisburger Hafen lagern. Je nach Bedarf wird das Öl per Lkw nach Stockum transportiert. „Für September haben wir zwei Ladungen mit jeweils 40.000 Litern benötigt. Im Oktober werden wir mit der Messe K allerdings deutlich mehr brauchen.“

Neben der Versorgungssicherheit habe auch eine Rolle gespielt, dass es wirtschaftlich interessant sein könnte, nicht abgerufenes Gas zurückzugeben, sagt Eppert. Dazu liefen zurzeit noch Absprachen mit der Bundesnetzagentur.

  • xx⇥Foto: Sebastian Willnow/dpa
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Wie es im nächsten Jahr weiter gehe, sei noch offen. Man sei bei der Heizanlage sehr flexibel und könne je nach Bedarf auf Gas umschalten. Gas werde stets für das folgende Jahr in vier Tranchen gekauft, die ersten drei Käufe habe es bereits noch zu guten Konditionen gegeben, der vierte Termin stehe noch aus.

Die steigenden Energiekosten sind eine hohe Belastung für die Messe. Messechef Wolfram Diener rechnet damit, dass das Ergebnis im nächsten Jahr um 15 bis 20 Millionen Euro gedrückt werden könnte. „Das werden wir spüren, das sind gehörige Auswirkungen.“ Er betont allerdings auch, dass die Messe wirtschaftlich gesund sei. „Ich mag mir nicht ausmalen, was die hohen Energiekosten bei anderen Unternehmen ausmachen.“ Eppert ergänzt, dass man je nach Messejahr auf rund sechs Millionen Euro Energiekosten komme und jetzt mit mehr als 20 Millionen Euro rechne. „Das führt dazu, dass wir noch mal alle Verbräuche genau angucken und nachschärfen.“

Konkret heißt das laut Messe, dass beim Heizen und Kühlen gespart werden soll, was 80 Prozent des Energiebedarfs ausmache. „Wir haben als Stadttochter auch eine Vorbildrolle.“ So werde nicht mehr auf 22 Grad Solltemperatur, sondern nur noch auf 19 Grad geheizt, was etwa bei der nächsten großen Besuchermesse Boot spürbar werde. Bei der K werde aufgrund der ausgestellten Maschinen vor allem Energie gebraucht, um zu kühlen.  

Eppert berichtet zudem, wie die Messe bereits seit mehr als zehn Jahren Energie spart. Bereits 2011 habe man am städtischen Programm Ökoprofit teilgenommen und daraufhin ein Energiemanagementsystem entwickelt. Im Laufe der Jahre sei der Verbrauch von Strom um 20 Prozent, der von Gas um 30 Prozent reduziert worden.

 Auch die Belegschaft habe man um Tipps gebeten, durch viele kleine Maßnahmen seien dadurch 2020 etwa 900.000 Kilowattstunden weniger Energie benötigt worden.

Ebenfalls einen positiven Effekt haben laut Messe die eigentlich im Zuge der Pandemie eingebauten 3000 Hepafilter. Denn so müsse in den Hallen weniger Außenluft zugeführt und weniger Energie aufgewendet werden, um die Temperatur zu halten.

Für mehr Nachhaltigkeit prüft die Messe laut Diener zudem, ob Fotovoltaik an den Wänden der Hallen installiert werde kann oder sich Mini-Windräder auf dem Dach rechnen. Für Solaranlagen reiche dort die Tragkraft allerdings nicht.