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Endlich geht es los an der Ulmer Höh’ in Düsseldorf

Jahresvorausschau in Düsseldorf : Endlich geht es los an der Ulmer Höh’

Neben dem Wohnprojekt steht auch der Umbau des Rochusmarktes weit oben auf der Prioritätenliste im Stadtbezirk 1.

Marina Spillner würde gerne auch nach der Kommunalwahl im nächsten Jahr als Bezirksbürgermeisterin weitermachen. „Ich kenne mich jetzt nach fünf Jahren intensiver Arbeit ziemlich gut im Stadtbezirk aus. Diese Kenntnisse würde ich gerne weiter nutzen, ich wurde auch schon mehrfach aus der Stadtgesellschaft heraus ermuntert, wieder zu kandidieren. Und ich bin mir sicher, dass mich die SPD am 1. Februar wieder aufstellt“, sagt die Sozialdemokratin, die dank einer rot-rot-grünen Kooperation in der Bezirksvertretung 1 (BV1) bislang auf eine knappe Mehrheit bauen konnte. Unabhängig davon weiß Spillner aber auch schon, worauf sie sich 2020 besonders freut: „Über mehr Geld, das den Bezirksvertretungen laut Ratsbeschluss zugebilligt wurde. Der Einwohneranteil der Verfügungsmittel der Bezirksvertretungen wird verdoppelt, das macht für den Stadtbezirk ein Plus von circa 25.000 Euro aus. Damit unterstützen wir das bunte und soziale Leben in den Stadtteilen.“ Bei den Sachthemen steht eines ganz oben auf ihrer Liste:

Rochusmarkt „Auf dem Rochusmarkt werden Bäume gepflanzt und Sitzgruppen installiert, so dass hier mitten im Stadtteil eine kleine grüne Oase entsteht.“ Nach langen Vorbereitungen habe sich die BV1 entschieden, den Platz als grünen Treffpunkt umzugestalten. „Platz für einige Händler, falls sich außer dem Hähnchenwagen noch mehr Markthändler finden, die dort Ware anbieten wollen und für eine kleine Bühne für Stadtteilfeste oder Platz für einen Trödelmarkt wird es ebenfalls geben, außerdem werden insektenfreundliche Gräser und Stauden gepflanzt“, nennt die Bezirksbürgermeisterin Details. Alle weiteren Gestaltungsideen sollen dann 2021 erfolgen – zum Beispiel Brunnen, Bücherschrank und Fahrradstation.

Ausblick: Nach jahrelangem Stillstand soll der Rochusmarkt 2020 endlich umgestaltet werden. Foto: Marc Ingel

Aber nicht alle Stadtteilpolitiker teilen diese Vorfreude. „Wir halten die Pläne für den Rochusmarkt für ungenügend“, kritisiert Sebastian Rehne (FDP). In der angekündigten Nachjustierung seien keinerlei Verbesserungen an den Plänen der Verwaltung vorgenommen worden. „Wir werden uns deshalb weiter dafür stark machen, dass die Ideen und Anregungen der Bürger aus der letzten Stadtteilkonferenz auch tatsächlich berücksichtigt werden“, so Rehne.

Gedenken Was Marina Spillner noch wichtig ist: „Die Einweihung der Stele vor dem ehemaligen Amts- und Landgericht am 9. Januar. Die BV1 hat die Errichtung dieser Stele beschlossen, die Mahn- und Gedenkstätte hat den Text verfasst und die Fotos ausgewählt.“ Im öffentlichen Raum an der Mühlenstraße könne sich ab dann jeder informieren, sowohl über die Geschichte dieses Ortes als auch über das Wirken der Justiz von 1923 bis 2010.

Ausblick: Zu dem Kriegerdenkmal am Reeser Platz soll ein „Gegenpunkt“ gesetzt werden. Foto: Endermann, Andreas (end)

Auch die Anbringung der Gedenktafel für die Opfer des sogenannten Wehrhahn-Anschlages im Frühjahr sei bedeutend. Eine Tafel wird an der Brücke am Vinzenzplatz an den Anschlag und seinen rassistischen und antisemitischen Hintergrund erinnern, an dem Geländer der Bahn wird eine kleine Tafel den Explosionsort kennzeichnen.

Der Linke Peter Klein ist in diesem Zusammenhang auch gespannt auf das Ergebnis des Wettbewerbs zum alternativen Denkmal am Reeser Platz, „in den die Bezirksvertretung in den vergangenen Jahren viel Zeit und Arbeit gesteckt hat“.

Bauen Die Bagger rollen schon an, es entsteht neuer Wohnraum an der Ulmer Höh’ – mehrere hundert Wohnungen werden gebaut, „größtenteils preiswert“, wie Spillner betont. Das i-Tüpfelchen: „Die Kapelle kann umgebaut werden. Das freut mich sehr, denn hier entsteht das Projekt ,Kunst-Kultur und Bürgerraum – Ulmer Höh’, generationenübergreifendes Wohnen wird an diesem Ort realisiert, und im dritten Obergeschoss soll ein Bürgersaal für Derendorf – der erste und einzige – entstehen.“ Dieser soll als Raum für verschiedene Veranstaltungen, Ausstellungen, Vorträge, aber auch für private Feiern und für Vereine nutzbar sein. Auch die Fertigstellung des Schauspielhauses und des Gustav-Gründgens-Platzes sei wichtig, sagt Klein, der jedoch kritisch beobachtet, was alles an Hochhäusern westlich des Kennedydamms entstehen soll.

Was der Bezirksbürgermeisterin darüber hinaus nicht gefällt: „Uns flattern immer mehr Bauanträge zur Errichtung von Mikro­apartments auf den Tisch. Die BV 1 ist sich hier einig, dass wir eine Ausweitung dieser Objekte nicht wollen. Wir brauchen keine Boardinghäuser, die den Bedarf nach preiswertem Wohnraum nicht decken und nur möglichst viel Rendite aus einem Objekt erzielen sollen.“

Grünflächen Was Sebastian Rehne stört: „Einige Grünflächen in unserem Bezirk verkommen mittlerweile zu No-go-areas. Durch die massive Verschmutzung durch Gänsekot können Kinder nicht mehr auf den Parkwiesen spielen.“ Und das obwohl die BV1 viel Geld in die Hand nehme, um die Parks zu pflegen. „Wir werden deshalb Maßnahmen einfordern, die erkennbare Verbesserungen beim Thema Gänsekot erzielen“, sagt der Liberale.