Düsseldorf: Ende der Wertstofftonne für Plastikmüll

Düsseldorf : Ende der Wertstofftonne für Plastikmüll

Ein Jahr lang konnten die Bewohner Garaths in die Gelbe Tonne neben Verpackungs-Abfall auch Kunststoffgegenstände entsorgen. Wegen des mäßigen Erfolgs und ungeklärter Finanzierung wird der Versuch eingestellt.

In der Gelben Tonne landen neben dem Verpackungsmüll, gekennzeichnet mit dem Grünen Punkt, regelmäßig auch Kunststoffgegenstände wie Gießkannen, Papierschubfächer oder Plastikspielzeug. Diese Gegenstände können auch recycelt werden, obwohl sie nicht vom Grünen Punkt abgedeckt werden.

Etwa zwei Kilo Kunststoffgegenstände pro Einwohner und Jahr fanden sich in den gelben Tonnen, etwa acht Kilogramm können gesammelt werden, schätzte seinerzeit ein Gutachter. Grund genug für die Stadt und dem Abfallwirtschaftsbetrieb Awista, in Garath versuchsweise eine Wertstofftonne einzuführen, in die Verpackungen und Kunststoff-Materialien entsorgt werden können. Das Ziel: Die Recyclingquote soll erhöht und damit auch die Gebühren für die Müllentsorgung entlastet werden. Aber die Erwartungen wurden nicht erfüllt. Deshalb stellte die Verwaltung den Versuch jetzt ein.

"Für die neue Wertstofftonne hat Awista mit Prospekten, Aufklebern und auch Beratungsgesprächen geworben, auch die Wohnungsgesellschaft der Siedlungen hat die Anwohner beraten. Aber es wurden nicht mehr Kunststoffgegenstände in die Tonne geworfen", sagte Umweltamtsleiter Klaus von Zahn im Ausschuss für Öffentliche Einrichtungen. Der Anteil habe letztlich trotz der Werbung etwa zwei Kilo betragen, nachdem er zu Beginn des Versuchs auf etwa drei Kilo angestiegen sei.

Trotzdem sah die Verwaltung Chancen für ein besseres Recycling. "Dafür wäre aber intensive Beratung über einen längeren Zeitraum nötig gewesen", sagte von Zahn. Aber das Unternehmen DSD, das sich um die Wiederverwertung der Verpackungsabfälle in der Gelben Tonne kümmert, sei nicht bereit gewesen, den Versuch länger mitzutragen, so Zahn.

Ein Grund ist auch die ungeklärte Finanzierung für das Recycling der zusätzlichen Kunststoffgegenstände in der Gelben Tonne. "Die Finanzierungskreisläufe müssen anders gestaltet werden, dafür ist der Bund zuständig. Aber der hat immer noch keine gesetzliche Grundlage dafür geschaffen", sagte CDU-Ratsherr Rüdiger Gutt, Vorsitzender des Ausschusses. Deshalb werde auch in anderen Städten, in der die Wertstofftonne gut genutzt wurde, das Sammeln von Kunststoff durch DSD nicht unterstützt.

Gutt bedauerte zwar, dass der Versuch nicht fortgeführt wird, sah aber auch die Schwierigkeiten: "Wenn schon trotz der Beratung der Anwohner mit Hilfe der Wohnungsgesellschaften ein Erfolg nicht spürbar ist, dürfte es noch schwieriger sein, in anderen Wohnvierteln die Wertstofftonne bekannt zu machen."

(RP)