Düsseldorf: Eltern setzen auf den Offenen Ganztag

Düsseldorf: Eltern setzen auf den Offenen Ganztag

Zur Schule gehen viele Düsseldorfer Jungen und Mädchen auch in den Ferien. Sie nutzen die Ferienangebote des Offenen Ganztags. Vor allem viele berufstätige Mütter und Väter kämen ohne ein solches Angebot nicht klar.

Wie an einem ganz normalen Schultag liefert Alexandra Motoki ihren Sohn Tristan um acht Uhr morgens im Foyer der Carl-Sonnenschein-Schule in Düsseltal ab. Doch im Gegensatz zum gewöhnlichen Schulalltag, an dem der Grundschüler sich direkt zum Klassenraum aufmacht, stoppt er an der großen Platte im Foyer erst einmal für eine Partie Tischtennis. Das ihr Sohn sich nicht gleich mit schulischen Pflichten befasst, ist ausnahmsweise ganz im Sinne der Mutter. Denn während der Sommerferien geht Tristan nicht in den Unterricht, sondern besucht die ganztägige Ferienbetreuung im Offenen Ganztag (OGS). "Das ist eine ganz große Erleichterung für mich, sonst hätte ich ein Problem", sagt Alexandra Motoki. Die IT-Koordinatorin ist wie Tristans Vater in ihrem Beruf fast in Vollzeit tätig. Die 30 Urlaubstage reichen nicht aus, um sämtliche Ferienwochen im Jahr vollständig abzudecken.

So ist es auch bei Olga Kaiser, die ihre Tochter Julia zeitweise sogar mit zur Arbeit nehmen musste, wenn die Oma nicht einspringen konnte. Um solche Ferien am Arbeitsplatz zu vermeiden, bieten Katrina Köhler und ihre OGS-Kollegen auch in den Ferien eine Betreuung an.

"Der Schulalltag ist meist sehr durchgetaktet. Wir wollen den Kindern deshalb in den Ferien die Möglichkeit geben, mal zu entspannen, auch wenn sie in der Schule sind", sagt Köhler. So genießen einige Spätaufsteher nach der Ablieferung durch die Eltern erst einmal ihr Frühstück aus der Butterbrotdose. Danach können sie eine Stunde lang malen, Brettspiele spielen oder auf dem Schulhof toben. Zusätzlich haben sich die Betreuer für jeden Tag in der Woche eine besondere Aktion ausgedacht. Während die eine Gruppe sich also mit einem gemieteten Bus auf den Weg in den Krefelder Zoo aufmacht, steht für die andere Gruppe eine Schatzsuche im Grafenberger Wald an. "Wir versuchen einfach, so oft wie möglich mit den Kindern draußen zu sein. Manche können ja auch nicht in den Urlaub mit den Eltern fahren. Für die sind das hier dann die einzigen Ferienaktivitäten", sagt Köhler.

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Bei Thea Lausberg kommt das Programm gut an: "Ich finde es toll, dass wir immer so viele Ausflüge machen." Auch beim Mittagessen spielt der Feriengedanke eine Rolle, da die Kinder den Essensplan ausnahmsweise mitbestimmen dürfen. Erfahrungsgemäß seien deshalb dabei Spaghetti und Pizza die Renner auf der Speisekarte. Zum Abschluss des Tagesprogramms kommt dann manchmal ein Mitarbeiter der schulischen Arbeitsgemeinschaften, der beispielsweise die Bastel- oder Zauberei-AG vorstellt, ehe die Kinder gegen 16.30 Uhr von ihren Eltern wieder abgeholt werden.

Solche Ausflüge können nur durch den Förderverein der Schule und mit Hilfe städtischer Subventionen für offene Ganztagsschulen ermöglicht werden, denn die Betreuung der Kinder ist für die Eltern kostenlos. Das bedeutet aber auch, dass aufgrund des Platzmangels nicht jeder Schüler betreut werden kann. "Wir haben dafür Aufnahmekriterien, die die sozialen Verhältnisse der Kinder miteinbeziehen. Also wie der Arbeitsalltag der Eltern aussieht oder ob diese alleinerziehend sind", sagt Köhler.

Dass die Ferienbetreuung nur in den ersten drei Wochen stattfindet, hat mehrere Gründe. "Die Kinder brauchen die drei Wochen Pause zu Hause vor Beginn des neuen Schuljahres, weil der Übergang zum Unterricht in der Schule anstrengend ist", sagt Betreuerin Uschi Gerarts. Ein weiterer Grund: Auch Köhler und ihre Mitarbeiter wollen einmal Ferien machen.

(RP)
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