Warnstreiks in der Region: Eltern haben Verständnis für Streik in der Kita

Warnstreiks in der Region: Eltern haben Verständnis für Streik in der Kita

Am Mittwoch gibt es in NRW erneut Warnstreiks - neben den öffentlichen Verkehrsmitteln und Stadtverwaltungen werden auch wieder Kindertagesstätten lahm gelegt. Die Eltern stellt das für größere Probleme - doch sie haben Verständnis für die Erzieherinnen, die für relativ wenig Geld einen wichtigen Job machen.

Als sie den Eltern eröffneten, dass sie am Mittwoch wieder streiken werden ernteten die Erzieherinnen der städtischen Kindertagesstätte an der Fuldaer Straße in Düsseldorf Eller viel Verständnis und Unterstützung.

Nur wenige können die Forderungen der Erzieherinnen nicht nachvollziehen und sind verärgert.

Die Menschen in NRW müssen sich am Mittwoch auf den zweiten großen Warnstreik binnen zwei Wochen einstellen. Diesmal werde die Zahl der Streikenden "maßvoll erhöht", sagte ein Verdi-Sprecher. Im Tarifstreit des öffentlichen Dienstes hat die Gewerkschaft erneut Zehntausende Beschäftigte zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen.

In Köln, Düsseldorf und den Ruhrgebietsmetropolen bleiben viele kommunale Busse und Bahnen, stehen, städtische Kitas und Ämter sind geschlossen, auch Müllabfuhren, Theater, Sparkassen und Jobcenter wereden bestreikt.

Die Kita-Mitarbeiterinnen setzen sich, gemeinsam mit anderen Beschäftigten des öffentlichen Dienstes, bei einem Warnstreik der Gewerkschaft Verdi am Mittwoch für 6,5 Prozent mehr Lohn (mindestens 200 Euro) ein.

Den Erzieherinnen geht es aber auch darum, dass ihr Berufsstand endlich mehr Anerkennung erfährt.

"Eigentlich müssten sie länger streiken"

Etwa 82 Kinder besuchen die Kita an der Fuldaer Straße. Leiterin Martina Schneider ist die enge Zusammenarbeit mit den Eltern besonders wichtig — auch beim Thema Streik. "Die Eltern stehen hinter uns", so die Erzieherin. "Anders könnten wir hier auch nicht arbeiten."

Mutter Sonja Reichardt findet es beispielsweise absolut richtig, dass sich die Erzieherinnen an den Streiks im öffentlichen Dienst beteiligen, auch wenn das für sie umständlich ist. "Unsere Erzieherinnen hier in Eller leisten sehr viel. Ich finde, dass sie eigentlich noch länger streiken müssten, damit sie ihre Forderungen durchsetzten können", so die 35-Jährige. "Für mich als berufstätige Mutter war es aber trotzdem, sehr schwierig, alles für den Tag ohne Kita zu organisieren." Nun hat sich Sonja Reichardt am Morgen frei genommen, abends besucht ihr Sohn seine Oma.

Andere Mütter des Kindergartens, die nicht arbeiten gehen, haben schon einen kleinen Ausflug für Mittwoch geplant. Andrea Schira und Tagesmutter Marita Groch wollen erst gemeinsam mit den Kinder frühstücken gehen und dann einen Spielplatz besuchen. "Wir haben Verständnis für den Warnstreik. Wir wissen, was die Mitarbeiter der Kita leisten und finden, dass sie mehr Geld dafür bekommen sollen", so die beiden Frauen aus Eller.

Hakima Ayaou hingegen ärgert sich über den Streik: "Das hat viele Nachteile für die Eltern. Wenn meine Schwiegermutter nicht wäre, hätte ich am Mittwoch ein riesiges Problem."

Andere hingegen glauben, dass auch die Kinder unter dem Stress der Erzieherinnen leiden. Ranja Almakhadme findet, dass etwas passieren muss: "Wenn die Erzieherinnen ständig krank sind und neue Mitarbeiter in den Kindergarten kommen, ist das auch für die Kinder sehr verwirrend."

Für die Eltern, die keine alternative Betreuung für ihre Kinder organisieren konnten, bieten einige Erzieherinnen der Kita an der Fuldaer Straße einen Notdienst an. Informationen rund um die streikenden Kindertagesstätten in Düsseldorf und andere mögliche Notdienste bietet der i-Punkt Familie unter der Telefonnummer 0211/8998870.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Kita in Eller: Das sagen die Eltern zum Warnstreik

(anch)
Mehr von RP ONLINE