Elektro-Tretroller: Scooter-Verleiher wollen nach Düsseldorf

Mobilität : Scooter-Verleiher wollen nach Düsseldorf

Elektro-Tretroller sollen noch in diesem Jahr auf Deutschlands Straßen zugelassen werden. Mehrere Anbieter haben erklärt, dass sie in diesem Fall schnell in Düsseldorf aktiv werden wollen.

Wer gelegentlich in Paris unterwegs ist oder in Wien, der mag schon dem einen oder anderen der flinken elektrischen Roller ausgewichen sein. In vielen europäischen Metropolen sind die E-Scooter inzwischen beliebte Verkehrsmittel für kurze Strecken – gerne da, wo man mit dem Auto im Stau landen würde oder keine öffentlichen Verkehrsmittel fahren. Auch in Düsseldorf könnten die wendigen Mini-Fahrzeuge bald zum Stadtbild gehören: Mehrere Anbieter warten nur darauf, dass die E-Scooter in Deutschland eine Straßenzulassung bekommen. Dann würden sie gerne hier Scooter verleihen.

„Wir hoffen, dass wir bald auch in Düsseldorf sein dürfen“, sagt etwa Yenia Zaba vom US-Anbieter Bird, der in Europa inzwischen in acht Städten von Antwerpen bis Zürich seine Roller zum Leihen anbietet. Für das Unternehmen seien eigentlich alle Städte interessant, die mit hohen Emissionswerten zu kämpfen hätten und daher interessiert an klimafreundlichen Angeboten seien: „Wir können eine gute Alternative bieten.“ Nach ihren Erfahrungen werden die Roller in Metropolen wie Paris nicht vornehmlich von Touristen genutzt, sondern tatsächlich von Einheimischen, um etwa zu Arbeitsterminen zu kommen oder etwas in der eigenen Stadt zu erledigen. „Und sie nutzen die Scooter auch gerne genau da, wo die U-Bahn und die Busse nicht gut hinkommen. Das ist für uns eine wichtige Erkenntnis.“

Auch das skandinavische Unternehmen Voi steht für Düsseldorf quasi in den Startlöchern: Der Mobilitätsanbieter hat auf Anfrage seinen Willen bekräftigt, nach Düsseldorf zu kommen. „Der konkrete Starttermin hängt natürlich noch von der dafür nötigen Verordnung ab, aber wir sind guter Dinge, dass diese Verordnung noch im Frühjahr in Kraft treten wird“, teilte ein Sprecher dazu mit. Man stehe auch bereits mit der Stadt und der Rheinbahn in Kontakt, um dafür zu sorgen, „dass wir in Düsseldorf nicht nur geduldet, sondern auch erwünscht sind“. Man wolle sich örtlichen Gegebenheiten anpassen und sich als Ergänzung zu anderen Mobilitätsformen platzieren. An die Stadt ist nach deren Angaben bislang zudem der deutsche Anbieter TIER Mobility herangetreten, der bei der Einführung von E-Scootern mit der Verwaltung zusammenarbeiten will. Hier gehe es um Details wie etwa das Geschäftsgebiet, Abstellorte oder die Anzahl von Rollern.

Das Leihen funktioniert bei den Anbietern meist nach einem ähnlichen Prinzip. Die Scooter stehen frei an verschiedenen Stellen in der Stadt und können auch beliebig wieder abgestellt werden – innerhalb des definierten Gebietes. Wer einen mieten will, benötigt die App des jeweiligen Anbieters auf seinem Smartphone und kann damit die Roller aktivieren und losfahren. Ein Beispiel für die Kosten: Voi rechnet voraussichtlich mit einer Pauschale von 1 Euro zum Entsperren und einer Gebühr von 15 Cent je gefahrene Minute. Ähnlich funktionieren auch die Abrechnungen anderer Anbieter. Das Mindestalter für die Nutzung liegt normalerweise bei 18 Jahren. Die Roller sind bis zu 20 km/h schnell.

Wie viele Anbieter tatsächlich wie viele Roller in der Stadt verteilen werden, ist übrigens theoretisch nicht begrenzt – denn sie brauchen dafür bislang keine Genehmigung. Das ist auch bei Leihfahrrädern so, die in Düsseldorf schon für einigen Ärger gesorgt haben, weil sie häufig falsch geparkt wurden. Die Stadt stellt aber klare Anforderungen an die Anbieter der Fahrradmietsysteme ohne Stationen, zudem habe man engen Kontakt mit den Anbietern, so ein Sprecher. Ähnlich könnte es also auch mit den Scooter-Anbietern laufen – diese haben bereits klargestellt, dass sie gerne positiv wahrgenommen werden möchten.

Bei der Stadt sieht man die mögliche Einführung der Roller jedenfalls positiv. „Als ein neues Mobilitätsangebot bieten E-Scooter eine Chance für die Nahmobilitätsförderung“, erklärte der Sprecher. Sharing-Angebote wie die E-Scooter könnten  helfen, Lücken im Mobilitätsalltag zu füllen.  Auch Rheinbahn-Sprecher Georg Schumacher gefällt die Idee der Scooter: „Alles, was Menschen zu einer vielleicht etwas weiter entfernten Haltestelle bringt, ist erst einmal spannend. Denn keiner läuft zwei Kilometer zu Fuß, um dann in die Bahn zu steigen.“ Besitzer von Scootern – es gibt sie in Düsseldorf auch zu kaufen – könnten diese zudem in der Bahn zusammengefaltet transportieren.

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