Düsseldorf: Elbsee: Landschaftsplan wird geändert

Düsseldorf: Elbsee: Landschaftsplan wird geändert

Mit neuem Nutzungskonzept strebt die Stadt ein verträgliches Miteinander von Naturschutz und Freizeitgestaltung an. Im Norden soll das Naturschutzgebiet ausgeweitet, im Südosten die Reglementierung für Wassersport gelockert werden.

Der Elbsee an der Stadtgrenze zu Hilden birgt bereits seit längerem Konfliktpotenzial, Naturschützer und Wassersportler kommen sich immer wieder ins Gehege. Zusätzliche Brisanz erhielt die Diskussion durch den geplanten Bau einer Wellness-Oase. Die städtische Tochter IDR verkaufte das Grundstück im Südosten des Sees im vergangenen Jahr an den Spezialisten Theune Spa. Eingriffe in die Natur und erhöhtes Verkehrsaufkommen innerhalb des Landschaftsschutzgebietes wurden von Kritikern befürchtet. Dennoch wurde das Projekt genehmigt, ein rechtskräftiger Bebauungsplan liegt vor.

Mit der geplanten Änderung des Landschaftsplans strebt die Stadt nun einen Kompromiss an, mit dem alle Beteiligten leben können. Noch bis 16. Oktober können alle interessierten Bürger die Unterlagen des Änderungsverfahrens einsehen. Bei einer Informations-Veranstaltung in der Lore-Lorentz-Schule stellten Mitarbeiter des Gartenamtes und weitere Experten die Pläne jetzt vor. Ungefähr 30 Neugierige folgten der Einladung.

Im Wesentlichen sieht die Änderung vor, das Naturschutzgebiet im Norden auszuweiten, den Vereinen dafür im Südosten eine ausreichend große Wasserfläche zur Verfügung zu stellen, damit diese sich dort entfalten können. Gerade der nördliche Teil des Elbsees habe eine außerordentlich hohe Biotop-Funktion, die durch die ausufernde Freizeitnutzung in den vergangenen Jahren zunehmend in Gefahr geraten sei, erklärte Claudia Bredemann vom Planungsbüro Ökoplan. Die bereits 2010 vom Rat angestoßene, einstweilige Sicherstellung dieses Teils des Elbsees als Naturschutzgebiet soll nun dauerhaft festgeschrieben werden. Insbesondere die (brütenden) Wasservögel sollten durch diese Maßnahme geschützt werden, sagte Bredemann. Das Gesamtkonzept beinhalte zudem, dass auch an Land Campern, Spaziergängern mit Hunden oder Wildparkern Einhalt geboten wird. Die betroffenen Vereine - Kanuten, Segler, Surfer und die DLRG - seien bei der Erstellung mit ins Boot geholt worden.

Die Ausweitung des Naturschutzgebietes im Norden habe natürlich einiges an zusätzlichen Ver- und Geboten in diesem Bereich zur Folge, so Bredemann. Die Jagd sei verboten, ebenso das Betreten der Vogelinsel. "Umsegeln ist aber beispielsweise nach wie vor erlaubt", erklärte die Expertin. Für Angler gilt: Es gibt auch am Nordufer drei Angelplätze, vier Boote dürfen zwischen April und Oktober zu Wasser gelassen werden. Allerdings habe das Interesse seitens der Vereine bei derartigen Einschränkungen stark nachgelassen, räumte ein Vertreter des Gartenamtes ein. Unter den Zuhörern wurde daraufhin bezweifelt, ob die geplanten Angelplätze überhaupt noch einen Sinn ergeben würden. Vom Segelverein kam die Kritik, dass die einzuhaltende Abstandsgrenze von 100 Meter am nördlichen Schilfgürtel überflüssig sei. Ingo Luther, Vorsitzender der DLRG, warnte: "Ich hoffe, dass Naturschützer und auch die Stadt auf dem Teppich bleiben und es nicht gleich horrende Ordnungsstrafen hagelt, wenn ein ungeübter Nachwuchssegler mal aus Versehen diese 100-Meter-Grenze unterschreitet."

(RP)