Düsseldorf: Elbers will Nachfolger für NRW-Forum

Düsseldorf : Elbers will Nachfolger für NRW-Forum

Der Oberbürgermeister kündigt an, wie es weitergehen soll. Ab 2015 soll ein neues Museum für Fotos und Mode entstehen – unabhängig vom benachbarten Kunstpalast.

Der Oberbürgermeister kündigt an, wie es weitergehen soll. Ab 2015 soll ein neues Museum für Fotos und Mode entstehen — unabhängig vom benachbarten Kunstpalast.

Das Aus des NRW-Forums hat in der Kulturszene zu großem Bedauern geführt — nun kündigt Oberbürgermeister Dirk Elbers an, dass die Stadt in dem Gebäude im Ehrenhof ein neues, ähnliches Museum schaffen will. Es soll, wie auch das NRW-Forum, ausgerichtet sein auf Fotografie, Mode und Lifestyle, möglicherweise sollen außerdem die Themen Architektur und Werbung stärker betont werden. Eine Anbindung an das benachbarte Museum Kunstpalast, die lange im Raum stand, schließt Elbers aus. "Es ist wichtig, dass das neue Museum eigenständig ist."

Das Land hatte im vergangenen Jahr seinen Ausstieg aus der Finanzierung des NRW-Forums erklärt, die langjährigen Leiter Werner Lippert und Petra Wenzel zugleich ihren Abschied angekündigt. Seitdem läuft eine Diskussion um die Zukunft des Hauses, das vor allem mit seinen hochkarätigen Foto-Ausstellungen von Mapplethorpe bis Rankin viele Besucher gezogen und auch immer wieder Glamour in die Stadt gebracht hatte. Eine Initiative von prominenten Anhängern des NRW-Forums um den Kunstberater Helge Achenbach warf der Stadt vor, sich nicht entschieden genug um eine Rettung bemüht zu haben.

Mit seinem Vorstoß tritt Elbers solcher Kritik nun entgegen. Er betont, dass er die Arbeit des NRW-Forums sehr geschätzt habe. Das Museum habe eine Nische besetzt, die gut zu Düsseldorf passe, sagt Elbers. Den großen Erfolg habe es auch erreicht, weil es sich von den anderen, "klassischen" Museen unterschieden habe. Elbers sieht es als eine entscheidende Frage, wer das neue Museum leiten wird. "Es muss eine Persönlichkeit sein, die trägt", sagt er. Der neue Leiter müsse Führungsqualitäten mitbringen und in der internationalen Kunstszene gut vernetzt sein. Zu seinen Aufgaben wird auch gehören, ein Netzwerk von Sponsoren aufzubauen — auch in diesem Punkt soll das NRW-Forum Vorbild sein.

Elbers will schon bald die Ausschreibung des Postens veranlassen. Kulturdezernent Hans-Georg Lohe arbeite bereits mit Hochdruck an der Vorbereitung. In welcher Betriebsform das Museum organisiert wird, will der Oberbürgermeister noch prüfen lassen.

Trotz aller Anlehnung an das NRW-Forum ist für Elbers unstrittig, dass der Name des Museums sich ändern wird — schließlich ist das Land nicht mehr an der Finanzierung beteiligt. Er schlägt "Kulturforum Düsseldorf" vor, will allerdings auch andere Namen prüfen lassen.

Klar ist: Das neue Museum wird frühestens im übernächsten Jahr seine Türen öffnen können. Für 2014 hat Kulturdezernent Lohe eine "Zwischennutzung" erarbeitet, die er heute dem Kulturausschuss vorstellen wird. Sie sieht vor, dass die Stadt ihren Zuschuss um rund 250 000 Euro erhöht, um die Betriebskosten zu decken. Das Haus wird im kommenden Jahr mit mehreren Ausstellungen bespielt, die von anderen Kulturhäusern erarbeitet werden. Während der Quadriennale zum Beispiel wird das Filmmuseum die Räume nutzen, auch beim Photo Weekend soll das Gebäude eine Rolle spielen.

(RP)
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