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Ulrich von Alemann im Interview: "Elbers hat bessere Daten, Geisel mehr Rückenwind"

Ulrich von Alemann im Interview : "Elbers hat bessere Daten, Geisel mehr Rückenwind"

Im Interview mit unserer Redaktion erklärt der Politikwissenschaftler Ulrich von Alemann von der Universität Düsseldorf, wer im Kampf um den Einzug ins Rathaus die bessere Strategie hat: OB Dirk Elbers (CDU) oder Herausforderer Thomas Geisel von der SPD.

SPD-Kandidat Thomas Geisel startet mit neuen Plakaten und dem Slogan "Der Bessere soll gewinnen" in die Stichwahl, CDU-Mann Dirk Elbers lässt "Jetzt geht es ums Ganze" auf die Plakate kleben. Gute Strategien?

Von Alemann Die Stichwahl ist eine reine Personenwahl. Deshalb ist es richtig, dass beide die Kampagne mit personalisierten Plakaten fortführen. Aber beide Slogans sind inhaltsleer und austauschbar.

Müsste es anders sein?

Von Alemann Es ist gut, wenn Kandidaten klar unterscheidbare Positionen haben. Das mobilisiert die eigenen Leute. Im Augenblick vermeiden es beide, sich zu deutlich festzulegen. Das ist insbesondere für einen Herausforderer nicht klug.

Weshalb?

Von Alemann Elbers ist in einer besseren Position. Laut Statistiken gewinnen in 87 Prozent der Fälle Amtsinhaber die Kommunalwahl.

Er geht also mit den besseren Chancen in die Stichwahl?

Von Alemann Von den Daten hat Elbers die bessere Ausgangsposition, von der Psychologie her Geisel.

Inwiefern?

Von Alemann Bei Elbers und der CDU gibt es Enttäuschung, weil mehr erwartet worden war. In Geisels Team spürt man hingegen Rückenwind, fast schon Euphorie. Jedoch ist es so, dass Elbers am Sonntag vier Prozentpunkte zur absoluten Mehrheit fehlten, Geisel zwölf. Das heißt, er muss viel mehr holen. Es wird ein spannendes Rennen.

Geisel verzichtet auf den Plakaten auf das Logo der SPD. Ist das klug?

Von Alemann Eigentlich funktioniert das nur bei bekannten Politikern wie Kohl oder Merkel. Jedoch hat Geisel mehr Stimmen bekommen als seine Partei. Mit Blick auf Wähler aus anderen Parteien könnte das sogar eine pfiffige Strategie sein.

Denisa Richters führte das Interview.

(RP)